Prof. Dr. Sokol Sadushi, Präsident der Magistratenschule Albanien; Prof. Dr. Bernd Heinrich, Universität Tübingen; Dr. Idlir Peci, internationaler Experte von EURALIUS (v.l.n.r.)
Prof. Dr. Sokol Sadushi, Präsident der Magistratenschule Albanien; Prof. Dr. Bernd Heinrich, Universität Tübingen; Dr. Idlir Peci, internationaler Experte von EURALIUS (v.l.n.r.)
Albanien

Die IRZ veranstaltete am 23. und 24. Mai 2019 in Kooperation mit der Magistratenschule Albanien eine Schulung für albanische Autorinnen und Autoren von juristischen Kommentaren. Ziel der Veranstaltung war es, die Anzahl und Qualität der Kommentare der 2017 entwickelten Plattform für E-Kommentare deutlich zu erhöhen.

Die Schulung fand im Rahmen eines Projekts der IRZ statt, das die Weiterentwicklung des ersten in Albanien entwickelten juristischen Kommentars zum Ziel hat und vom Auswärtigen Amt finanziert wird. Denn eine transparente und einheitliche Rechtsprechung im Sinne der Rechtsstaatlichkeit ist hinsichtlich der Akzeptanz des albanischen Justizsystems unter Rechtsanwendenden und Bürgerinnen und Bürgern sowie der Annäherung des Balkanstaats an die EU unerlässlich.

Das Projekt knüpft an die Arbeit von nationalen und internationalen Expertinnen und Experten an, die im Rahmen des EU-Action Grants EURALIUS 2017 eine elektronische Plattform entwickelten, auf der bereits einige E-Kommentare zu albanischen Rechtsnormen zu finden sind.

Zu Beginn der Schulung gab IRZ-Experte Prof. Dr. Bernd Heinrich (Universität Tübingen) zunächst Einblicke in die deutsche Kommentar-Tradition. In der anschließenden Diskussion kamen folgenden Themen zur Sprache:

  • Vor- und Nachteile von Online-Kommentaren im Vergleich zu Printkommentaren,
  • unterschiedliche Zitierweisen,
  • internationale Kommentar-Standards sowie
  • der Vergleich der albanischen und deutschen Kommentierweise.

Anhand der Diskussionsergebnisse erarbeiteten die Teilnehmenden eine einheitliche Methodologie zur Erstellung von Kommentaren und stimmten sich über das weitere Vorgehen ab.

Unter der Anleitung des wissenschaftlichen Beirats, zu dem neben Prof. Dr. Heinrich auch Prof. Dr. Jörg Kinzig (Universität Tübingen), Prof. Dr. Martin Heger (Humboldt-Universität zu Berlin) sowie zwei albanische Experten gehören, werden die insgesamt sieben Autorinnen und Autoren bis Ende nächsten Jahres Artikel der albanischen Strafprozessordnung sowie des Gesetzes über den Status von Richterinnen und Richtern sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälten kommentieren.

Danach wird das Projekt mit Öffentlichkeitsveranstaltungen in Albanien abgeschlossen werden, auf denen die Ergebnisse des Projekts vorgestellt und das Bewusstsein der Rechtsanwendenden und öffentlichen Institutionen für diesen Bereich geschärft werden sollen.