Dr. Veronika Horrer, Geschäftsführerin Bundesrechtsanwaltskammer; Rechtsanwältin Anke Müller-Jacobsen und Rechtsanwalt Stephan Schneider; Dr. Henrik Ligori, albanischer Rechtsanwalt; Rezarta Abdiu, Rechtsanwaltskammer Albanien (v.l.n.r.)
Dr. Veronika Horrer, Geschäftsführerin Bundesrechtsanwaltskammer; Rechtsanwältin Anke Müller-Jacobsen und Rechtsanwalt Stephan Schneider; Dr. Henrik Ligori, albanischer Rechtsanwalt; Rezarta Abdiu, Rechtsanwaltskammer Albanien (v.l.n.r.)
Albanien

In Zusammenarbeit mit der albanischen Rechtsanwaltskammer sowie der Bundesrechtsanwaltskammer, vertreten durch deren Geschäftsführerin Dr. Veronika Horrer, organisierte die IRZ am 4. und 5. Juni 2019 ein Seminar zur Strafprozessordnung für Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte in Tirana.

Der albanische Rechtsanwalt Arben Prifti führte am ersten Seminartag in die Reform der albanischen Strafprozessordnung von 2017 ein. Er legte dar, dass infolge der Reform einige Unklarheiten entstanden seien. Diese beträfen beispielsweise die Beweislast und die Beweiswürdigung, aber auch die Rechte der Angeklagten und die Zuständigkeiten der gerichtlichen Instanzen. Den Ausführungen von Arben Prifti schloss sich eine rege Diskussion mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern an.

Die deutschen Referierenden Rechtsanwältin Anke Müller-Jacobsen und Rechtsanwalt Stephan Schneider, beide aus Berlin, brachten sich in die Diskussion ein und stellten die deutschen Rechtsnormen vor. Sie hielten außerdem Vorträge zu den Themen:

  • Ermittlungsverfahren in Deutschland,
  • Gerichtsverfahren in Strafsachen sowie
  • Berufung, Revision und Wiederaufnahme des Verfahrens in Deutschland.

Den zweiten Seminartag eröffnete Maksim Haxhia, Präsident der albanischen Rechtsanwaltskammer. Nachdem er die rund 80 Teilnehmenden begrüßt hatte, gingen albanische Expertinnen und Experten zum einen auf Themen ein, die bereits am Vortag erörtert worden waren, und referierten zum anderen zu albanischen Rechtsnormen, die so in Deutschland nicht existieren:

  • die vorbereitende Sitzung inklusive der Rolle der Richterschaft,
  • Alternativverfahren in Albanien und
  • beschleunigte Verfahren.

Wie auch am Vortag spiegelten Anke Müller-Jacobsen und Stephan Schneider die albanischen Beiträge mit der deutschen Sichtweise und trugen somit entscheidend zum gegenseitigen Verständnis der Rechtslage und Erfolg der Veranstaltung bei.