Die algerische Delegation während des Treffens im Ministerium der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen
Die algerische Delegation während des Treffens im Ministerium der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen
Algerien

Vom 9. bis 13. Juli 2018 empfing die IRZ eine Delegation des algerischen Strafvollzugs in Düsseldorf. Die Studienreise fand im Rahmen eines Tandemprojekts zum Thema Strafvollzug zwischen dem Auswärtigen Amt und dem Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz statt, das in den Jahren 2017 bis 2019 durchgeführt wird.

Im Zentrum des Besuchs standen die Themen „Aufnahme der Inhaftierten“ und „Individueller Vollzugsplan und Klassifizierung“. Damit wurde die im Rahmen eines Workshops in Algerien im Mai 2018 zum gleichen Themenkomplex begonnene Diskussion in Deutschland weitergeführt.

Neben einem Fachgespräch im Ministerium der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen beinhaltete das Programm den Besuch von drei Justizvollzugsanstalten (JVA Düsseldorf, JVA Gelsenkirchen und JVA Hagen).

Während des Treffens im Ministerium wurden der Aufbau und die Organisation des Strafvollzugs in NRW mit den wichtigsten Zahlen und Entwicklungen dargestellt. In den JVA Düsseldorf und Gelsenkirchen stand das Thema „Zugangs- und Aufnahmeverfahren“ im Vordergrund. Hier wurde der gesamte Prozess vom Eintreffen in der Justizvollzugsanstalt bis zur Unterbringung auf dem Haftraum vorgestellt und besprochen. Ein besonderer Fokus lag auf den Zugangsgesprächen sowie der administrativen Erfassung und Bewertung von Gefangeneninformationen. Außerdem ging es detailliert um die Rolle der Abteilungs- und Fachdienste. In der JVA Hagen stand das Thema Klassifizierung und Einweisung von Gefangenen im Vordergrund, veranschaulicht bei einem Rundgang durch die Anstalt. In den anschließenden Fachgesprächen wurden offene Fragen diskutiert und die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten für den Vollzugsplan der Inhaftierten dargestellt.

Die algerischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigten sich äußerst interessiert und stellten viele Fragen. Da in Algerien im Bereich der Aufnahme und Klassifizierung wichtige Reformen anstehen, nutzten die Gäste den Aufenthalt in NRW, um Eindrücke und mögliche Anregungen für die kommenden Umstrukturierungen zu sammeln.

Die Diskussion der Themen soll im Herbst bei einem Arbeitstreffen in Algier fortgeführt werden.