Teilnehmer des Workshops
Teilnehmer des Workshops
Algerien

Am 25. und 26. September 2018 fand in Algier ein Arbeitsgruppentreffen zu den Themen „Zusammenarbeit mit externen Akteuren im Strafvollzug“ und „Ausbildung des Strafvollzugspersonals“ statt. Die Veranstaltung wurde im Rahmen des IRZ-Projektes zur Unterstützung der Reformen im algerischen Strafvollzug durchgeführt, das in den Jahren 2017 bis 2019 mit Fördermitteln des Auswärtigen Amtes (AA) umgesetzt wird.

Von deutscher Seite wurde die Veranstaltung durch folgende Experten begleitet:

  • Andreas Illerhaus und Rudolf Baum, Justizvollzug Nordrhein-Westfalen, sowie
  • Kai Abraham und Alexander Gundlach, Justizvollzug Berlin.

Während des Workshops bekamen die Experten die Möglichkeit, die Justizvollzugsanstalt El-Harrach in Algier sowie die Ausbildungsstätte für den algerischen Justizvollzug zu besichtigen. Die JVA El-Harrach ist die größte Haftanstalt Algeriens und die einzige im Stadtbezirk von Algier.

Im Fokus der Besichtigung stand das Betreuungs- und Ausbildungsangebot für die Inhaftierten. Die Einbindung externer Akteure ist hierbei von zentraler Bedeutung. So hat der algerische Strafvollzug umfassende Kooperationen mit verschiedenen Ministerien, z.B. mit dem Bildungs-, dem Gesundheits-, sowie dem Arbeitsministerium, geschlossen. Dadurch konnten die Resozialisierungsmaßnahmen deutlich ausgebaut werden.

Etwas schwieriger gestaltet sich hingegen die Einbindung der Zivilgesellschaft in den Strafvollzug. Hier bedarf es noch weiterer Anstrengungen bezüglich der Sensibilisierung nichtstaatlicher Organisationen für die Besonderheiten und spezifischen Problemlagen im Justizvollzug.

Das Thema „Aus- und Fortbildung des Strafvollzugspersonals“ wurde unter anderem durch die Besichtigung der Justizvollzugsschule veranschaulicht. Die Schule wurde seitens der deutschen Experten als äußerst modern und den internationalen Standards entsprechend gelobt. Von besonderem Interesse war für die algerische Seite vor allem die Auswahl des Strafvollzugspersonals sowie die Ausgestaltung der Ausbildungscurricula.

Der Austausch zwischen der deutschen und algerischen Seite wurde intensiv und offen geführt. Die algerischen Partner waren sehr daran interessiert, das deutsche System zu verstehen und Anregungen für ihren Reformprozess zu erhalten. Das Thema soll durch ein zweites Treffen dieses Jahr vertieft werden.