Workshop mit der Rechtsanwaltskammer der Republik Armenien zum Thema Öffentlichkeitsarbeit

Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops mit der Rechtsanwaltskammer der Republik Armenien
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops mit der Rechtsanwaltskammer der Republik Armenien
Armenien

Am 13. Dezember 2018 fand in Kooperation mit der armenischen Rechtsanwaltskammer ein Workshop in Eriwan zum Thema Öffentlichkeitsarbeit der Rechtsanwaltskammern statt. Die Veranstaltung wurde zusammen mit der Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) organisiert und durchgeführt. Eröffnet wurde der Workshop durch den Präsidenten der Rechtsanwaltskammer der Republik Armenien, Ara Zohrabyan, die Projektkoordinatorin der IRZ in Armenien, Nelly Tumasyan, und durch die Geschäftsführerin der BRAK, Rechtsanwältin Dr. Veronika Horrer.

Der Pressesprecher der armenischen Anwaltskammer, Hayk Hakobyan, referierte zunächst über das Verhältnis zwischen der armenischen Anwaltskammer und den armenischen Medien. Anschließend stellten Rechtsanwältin Stephanie Beyrich, Geschäftsführerin und Pressesprecherin der BRAK, sowie Rechtsanwalt Jan Helge Kestel, Präsident der Rechtsanwaltskammer Thüringen und Mitglied des Ausschusses für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der BRAK, die Kommunikationsstrategie der Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) vor. Im Zentrum des Workshops standen vor allem folgende Themen:

  • Pressearbeit auf Bundesebene (Bundesrechtsanwaltskammer, BRAK) und  regionaler Ebene (regionale Rechtsanwaltskammer, RAK) im Vergleich;
  • das Verhältnis zwischen BRAK und Journalistinnen und Journalisten;
  • Anknüpfungspunkte für Pressearbeit;
  • Erfahrungsbericht aus Sicht einer Pressesprecherin der BRAK und eines Präsidenten einer regionalen Rechtsanwaltskammer sowie
  • Werkzeuge einer erfolgreichen Pressearbeit.
An der Veranstaltung nahmen rund 45 armenische Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte teil, die sich sehr lebhaft an der Diskussion beteiligten. Der Workshop wurde derart positiv aufgenommen, dass die Vertreter der armenischen Anwaltskammer den Wunsch äußerten, dieselbe Veranstaltung für Vertreterinnen und Vertreter der Anwaltschaft aus der Hauptstadt und den Regionen in Eriwan und zwei weiteren Standorten anzubieten.

Training of Trainers für die armenische Justizakademie

Eröffnung des Training: Martin Hussels, stellv. Direktor des AG Tettnang, und Anahit Manasyan, Porektorin der Justizakademie (Präsidium 2. u. 3.v.l.)
Eröffnung des Training: Martin Hussels, stellv. Direktor des AG Tettnang, und Anahit Manasyan, Porektorin der Justizakademie (Präsidium 2. u. 3.v.l.)
Armenien

Wie gestalte ich Unterricht möglichst anschaulich? Wie bleiben Informationen am besten bei meiner Zielgruppe haften? Mit welchen Mitteln werde ich konkreten Trainingsbedürfnissen am besten gerecht? Dies waren einige der Leitfragen, denen sich ein „Training of Trainers“ widmete, das die IRZ am 22. und 23. September 2018 in Kooperation mit der Justizakademie der Republik in Armenien in Tsaghkadzor durchführte.

Die Justizakademie ist in Armenien mit der Ausbildung angehender Richterinnen und Richter sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälte beauftragt und führt daneben auch Fortbildungsveranstaltungen für Angehörige in der Justiz durch. Fast alle Schulungen der Akademie werden durch Dozentinnen und Dozenten aus der Justizpraxis oder durch Angehörige der Universitäten durchgeführt. Bei vielen dieser nebenberuflichen Trainer besteht Bedarf, sich Grundkenntnisse in Unterrichtstechnik, Kommunikation sowie dem sinnvollen Einsatz von Hilfsmitteln im Unterricht anzueignen.

Im Rahmen des zweitägigen Trainings skizzierte Martin Hussels, Richter und zugleich stellvertretender Direktor des Amtsgerichts Tettnang, seine Vorgehensweise bei der Entwicklung eines Trainingsprogramms und näherte sich den o.g. Fragen Schritt für Schritt. Dabei behandelte er eine große Bandbreite an Themen: von Theorien über Lernstilen von Erwachsenen bis zu praktischen Details in Vorbereitung einer konkreten Veranstaltung, etwa der Anordnung von Tischen, um eine gute Kommunikation mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu ermöglichen. Aufgrund seiner jahrelangen Erfahrung als Universitätsdozent, Trainer an der Deutschen Richterakademie und nicht zuletzt als Experte der IRZ in zahlreichen Projekten erreichte er die Teilnehmerinnen und Teilnehmer trotz der Sprachbarriere schnell, so dass es zu einem lebhaften Austausch über diese Themen kam.

Sowohl die Vertreter der Justizakademie als auch zahlreiche einzelne Rückmeldungen machten deutlich, dass das Training viele praktische Hilfestellungen bieten und damit seinen Zweck voll erfüllen konnte.

Fachgespräche und Workshops für maßgeschneiderte Konzepte im armenischen Strafvollzug

Suren Krmoyan, Stellvertretender armenischer Justizminister; Heinz Brüche, Bildungszentrum Justizvollzug Baden-Württemberg; Thomas Müller, Anstaltsleiter der Justizvollzugsanstalt Karlsruhe (v.l.n.r.)
Suren Krmoyan, Stellvertretender armenischer Justizminister; Heinz Brüche, Bildungszentrum Justizvollzug Baden-Württemberg; Thomas Müller, Anstaltsleiter der Justizvollzugsanstalt Karlsruhe (v.l.n.r.)
Armenien

Mit der bevorstehenden Reformierung des Strafvollzugsgesetzes in Armenien stehen einige Änderungen im Strafvollzug bevor, die vor allem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalten direkt betreffen. Die IRZ hat das Justizministerium beim Entwurf zum neuen Strafvollzuggesetz beraten. Das neue Gesetz wird voraussichtlich in der ersten Hälfte nächsten Jahres in Kraft treten. 

Daher besteht im Bereich des Strafvollzuges großer Beratungsbedarf bei praktischen Abläufen, Behandlungsprogrammen, Verwaltungsstrukturen etc. Um diesem Beratungsbedarf entgegenzukommen, wurde beschlossen, Workshops in vier Anstalten zur Entwicklung maßgeschneiderter Konzepte für die Themen „Individuelle Vollzugsplanung“, „Verwaltungsstrukturen“ und „Vollzugliche Arbeit“ durchzuführen. Durch Fachgespräche und Beratungen in einzelnen JVA sollen die Schwachstellen identifiziert und gemeinsame Strategien entwickelt werden, die in Abstimmung mit der zuständigen Behörde beschlossen werden können.

Nun wurden vom 14. bis 16. September 2018 in einer Zusammenarbeit mit dem Justizministerium und dem Strafvollzugsdepartment der Republik Armenien drei aufeinanderfolgende Veranstaltungen zu praktischen Fragen im Vollzug durchgeführt. 

Als deutsche Experten konnten erfreulicherweise der Leitende Regierungsdirektor Thomas Müller, Anstaltsleiter der Justizvollzugsanstalt Karlsruhe, und Heinz Brüche, zuständig für die Ausbildung am Bildungszentrum Justizvollzug Baden-Württemberg, gewonnen werden.

Zunächst fanden Fachgespräche mit dem Justizministerium der Republik Armenien in Eriwan statt. Dabei ging es vor allem um folgende Themen: 

  • Rehabilitation und Wiedereingliederung der Verurteilten, 
  • Risikomanagement und Beurteilungsmethode sowie
  • Betreuungs- und Therapieangebote in den Justizvollzugsanstalten. 

An diesen Fachgesprächen nahmen Vertreterinnen und Vertreter folgender Institutionen teil:

  • armenisches Justizministerium,
  • Justizvollzugsanstalten,
  • Strafvollzug- und Bewährungsdienst,
  • Zentrum für juristische Ausbildung und Durchführung von Rehabilitationsprogrammen,
  • Büro des Europarates in Eriwan sowie
  • verschiedene NGO: u.a. die Stiftung für „Gefangenenhilfe“, das Büro für Menschenrechte und das armenische Rote Kreuz.

Im Anschluss gab es an den Justizvollzugsanstalten Armavir und Abovyan je einen themengleichen Workshop für deren Personal mit folgenden Themen:

  • Einführung in die Umstrukturierung der Quarantänestation in ein Vollzugsplansystem;
  • Umstrukturierung der Quarantänestation in ein Vollzugsplansystem, darunter Diagnose, Festlegung von Behandlungsmaßnahmen, Entscheidung über Sicherungsmaßnahmen und Regime;
  • Einführung von Behandlungsmaßnahmen zur Verbesserung der Kriminalprognose;
  • Schaffung von Arbeits- und Freizeitmöglichkeiten für Gefangene,
  • Managementstrukturen in Gefängnissen sowie
  • Delegation von Verantwortung.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an allen drei Veranstaltungen waren sehr interessiert und motiviert. Sie stellten viele Fragen und beteiligten sich sehr aktiv an den Gruppenarbeiten. 

Im selben Format sollen auch die beiden weiteren Workshops an den Justizvollzugsanstalten Sevan und Vartashen noch im laufenden Jahr stattfinden. 

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Workshops sollen bis Ende des laufenden Jahres Konzepte für den individuellen Vollzugsplan, die Verwaltungsstrukturen, die vollzugliche Arbeit u.a. unter Berücksichtigung der örtlichen Voraussetzungen erstellen. Diese werden im nächsten Jahr in einer Zusammenarbeit mit den beiden deutschen Experten in weiteren vertiefenden Workshops besprochen und bearbeitet.