Eröffnung des Training: Martin Hussels, stellv. Direktor des AG Tettnang, und Anahit Manasyan, Porektorin der Justizakademie (Präsidium 2. u. 3.v.l.)
Eröffnung des Training: Martin Hussels, stellv. Direktor des AG Tettnang, und Anahit Manasyan, Porektorin der Justizakademie (Präsidium 2. u. 3.v.l.)
Armenien

Wie gestalte ich Unterricht möglichst anschaulich? Wie bleiben Informationen am besten bei meiner Zielgruppe haften? Mit welchen Mitteln werde ich konkreten Trainingsbedürfnissen am besten gerecht? Dies waren einige der Leitfragen, denen sich ein „Training of Trainers“ widmete, das die IRZ am 22. und 23. September 2018 in Kooperation mit der Justizakademie der Republik in Armenien in Tsaghkadzor durchführte.

Die Justizakademie ist in Armenien mit der Ausbildung angehender Richterinnen und Richter sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälte beauftragt und führt daneben auch Fortbildungsveranstaltungen für Angehörige in der Justiz durch. Fast alle Schulungen der Akademie werden durch Dozentinnen und Dozenten aus der Justizpraxis oder durch Angehörige der Universitäten durchgeführt. Bei vielen dieser nebenberuflichen Trainer besteht Bedarf, sich Grundkenntnisse in Unterrichtstechnik, Kommunikation sowie dem sinnvollen Einsatz von Hilfsmitteln im Unterricht anzueignen.

Im Rahmen des zweitägigen Trainings skizzierte Martin Hussels, Richter und zugleich stellvertretender Direktor des Amtsgerichts Tettnang, seine Vorgehensweise bei der Entwicklung eines Trainingsprogramms und näherte sich den o.g. Fragen Schritt für Schritt. Dabei behandelte er eine große Bandbreite an Themen: von Theorien über Lernstilen von Erwachsenen bis zu praktischen Details in Vorbereitung einer konkreten Veranstaltung, etwa der Anordnung von Tischen, um eine gute Kommunikation mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu ermöglichen. Aufgrund seiner jahrelangen Erfahrung als Universitätsdozent, Trainer an der Deutschen Richterakademie und nicht zuletzt als Experte der IRZ in zahlreichen Projekten erreichte er die Teilnehmerinnen und Teilnehmer trotz der Sprachbarriere schnell, so dass es zu einem lebhaften Austausch über diese Themen kam.

Sowohl die Vertreter der Justizakademie als auch zahlreiche einzelne Rückmeldungen machten deutlich, dass das Training viele praktische Hilfestellungen bieten und damit seinen Zweck voll erfüllen konnte.