Prof. Dr. Slavko Djordjevic bei seinem Vortrag
Prof. Dr. Slavko Djordjevic bei seinem Vortrag
Bosnien und Herzegowina

Am 30. Juni 2018 fand an der Juristischen Fakultät im bosnischen Zenica erneut ein Workshop in juristischer Methodenlehre für Doktorandinnen und Doktoranden statt, der von der IRZ mitorganisiert worden war.

Der Eröffnung der Veranstaltung durch Prof. Dr. Spahija Kozlić, Vorsitzender des Rates für Wissenschaft und Lehre, von der gastgebenden Fakultät der Universität Zenica, schlossen sich zuerst einige Referate zu verschiedenen Fragen der Wissenschaftlichkeit im Recht an.

Dabei war der Bogen weit gespannt. Prof. Dr. Wolfgang Rohrbach aus Wien vertiefte die Frage des wissenschaftlichen Herangehens insbesondere bei Gesetzgebungsprojekten aus dem Versicherungswesen in einem Vortrag. Ein weiteres Einleitungsreferat befasste sich mit konkreten Fragen beim Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten.

Den Hauptteil der Veranstaltung bildeten acht Referate, die Doktorandinnen und Doktoranden zu Teilbereichen ihrer Doktorarbeit schriftlich vorbereitet hatten, und die kritische Würdigung der Arbeiten. Diese waren vorab von den anwesenden Rezensenten Prof. Dr. Zlatan Meskić, Zenica, Prof. Dr. Slavko Đorđević, Kragujevac, Prof. Dr. Wolfgang Rohrbach, Wien, und Dr. Stefan Pürner, IRZ, in schriftlichen Kurzgutachten beurteilt worden.

Dem mündlichen Vortrag der Doktorandinnen und Doktoranden folgten eine weitere Bewertung durch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops sowie eine umfassende Diskussion. So konnten alle Vortragenden auch von den Anmerkungen zu den Arbeiten und Referaten ihrer Kolleginnen und Kollegen profitieren.

Hierbei standen insbesondere Fragen der systematischen Gliederung von Arbeiten, der sprachlichen Darstellung, der Überarbeitung wissenschaftlicher Manuskripte und der „zitierfähigen“ Literatur im Vordergrund. Beim letztgenannten Punkt wurde auch deutlich, dass den Promovierenden in der Region zu Themen des ausländischen, europäischen und internationalen Rechts aktuelle Literatur nicht im erforderlichen Maße zur Verfügung steht.

Der Veranstaltung kam zugute, dass sämtliche Beteiligten die Landessprache beherrschen, einschließlich der von der IRZ gestellten Rezensenten und Referenten aus Deutschland und Österreich. So konnten die Arbeiten und die Referate ohne zwischengeschaltete Übersetzung beurteilt werden, und auch eine Diskussion war unmittelbar möglich.

Durch die Beteiligung von Professor Dr. Slavko Djordjevic aus Serbien sowie von Doktorandinnen und Doktoranden aus Kroatien hatte die Veranstaltung zudem einen regionalen Aspekt.