Grafik: IRZ
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Bosnien und Herzegowina

Auf dem Programm der IRZ in Bosnien und Herzegowina standen vom 8. bis 12. Juni 2020 zwei Veranstaltungen mit Bezug zum Thema zum Verbraucherschutz.

Online-Seminar: Die praktischen Auswirkungen des Europarechts auf das nationale Recht am Beispiel des Verbraucherrechts

Dieses Online-Seminar für Richterinnen und Richter fand am Freitag, den 12. Juni 2020, in Zusammenarbeit mit dem Justizedukationszentrum der Föderation Bosnien und Herzegowina statt. Als IRZ-Experte stellte Prof. Dr. Zlatan Meskic (siehe unten) in der Veranstaltung Fälle aus der bosnisch-herzegowinischen Verbraucherrechtspraxis vor. Anhand dieser Beispiele erläuterte der Referent einleitend die europäischen Richtlinien als Hintergrund der nationalen Vorschriften. Professor Meskic wies darauf hin, dass diese nationalen Richtlinien teilweise unvollständig oder unzutreffend umgesetzt worden seien und dass außerdem das Thema der Allgemeinen Geschäftsbedingungen in verschiedenen Vorschriften geregelt sei. Bei der Bearbeitung und Lösung der von ihm vorgestellten Fälle ergaben sich vor diesem Hintergrund hochkomplexe Rechtsfragen, die er mit den Richterinnen und Richtern intensiv diskutierte, die von ihren Arbeitsplätzen in Bihac, Mostar, Zenica und Sarajevo aus an der Veranstaltung teilnahmen.

Online-Seminar: Die Fallmethode in der deutschen Juristenausbildung anhand des Verbraucherrechts

Einen etwas weiteren Ansatz hatte das vorangegangene zweitägige Online-Seminar am 8. und 10. Juni 2020 mit Doktorandinnen und Doktoranden der Juristischen Fakultät der Universität Zenica. Da dieses Doktorandenstudium in der Region einen guten Ruf genießt, nahm an der Veranstaltung auch eine Teilnehmerin aus Kroatien teil. Im Online-Seminar stellte IRZ-Experte Prof. Dr. Zlatan Meskic die Fallmethode in der deutschen Juristenausbildung anhand von Fällen aus dem Verbraucherrecht vor. Das Verbraucherrecht eignet sich hierfür in besonderer Weise, da dabei, ergänzend zu den traditionellen Auslegungsmethoden, auch die Technik der richtlinienkonformen Auslegung vorgestellt werden kann. Dies ist eine Neuerung für diejenigen Staaten, die einen EU-Beitritt erst anstreben, aber ihr Recht teilweise bereits harmonisiert haben.

Als Hauptreferent wurde Professor Meskic von Dr. Stefan Pürner unterstützt, der als IRZ-Projektbereichsleiter für Bosnien und Herzegowina zuständig ist. Dr. Pürner beherrscht die Landessprache und hat während eines Auslandsstudiums bereits 1989 erfolgreich die Nostrifaktionsprüfung zum damaligen jugoslawischen Diplomjuristen absolviert. Im Team konnten die beiden Referenten das nationale Recht der Teilnehmerinnen und Teilnehmer in diesem europarechtlich geprägten Bereich auch deshalb besonders intensiv vertiefen, da es nicht notwendig war zu dolmetschen. Ein Umstand, der gerade bei Online-Formaten von Vorteil ist, weil es dort auch ohne Sprachmittlung zu Verzögerungen und Informationsverlusten kommen kann.

Über den Referenten

Prof. Dr. Zlatan Meskic lehrt derzeit an der Prinz-Sultan-Universität in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad, nachdem er sein Studium und Gerichtspraktikum in Wien absolviert hat und dort auch zum Thema „Europäischer Verbraucherschutz“ promoviert wurde.