Neue Ausgabe der Zeitschrift NPR mit Schwerpunktthema „Öffentliches Recht“

Neue Ausgabe der Zeitschrift NPR mit Schwerpunktthema „Öffentliches Recht“

Soeben erschien die Ausgabe 1/ 2017 der Zeitschrift „Nova pravna revija – časopis za domaće, njemačko i evropsko pravo“ (Neue Juristische Umschau - Zeitschrift für regionales, deutsches und europäisches Recht; kurz NPR) in einer Volltextversion und einer deutschen Kurzausgabe. Diese Zeitschrift wird von der IRZ bereits im achten Jahr gemeinsam mit der Deutsch-bosnisch-herzegowinischen Juristenvereinigung (DBHJV) und der Vereinigung für die Erforschung des deutschen Rechts und seine Rezeption mit Sitz in Serbien herausgegeben.

Die aktuelle Ausgabe behandelt das Schwerpunktthema „Öffentliches Recht“. Im Mittelpunkt steht dabei der erste Teil eines umfangreichen rechtsvergleichenden Beitrags über das parlamentarische Gesetzgebungsverfahren in den Staaten Bosnien und Herzegowina, Montenegro sowie Serbien.

Weitere Aufsätze zu anderen Rechtsgebieten behandeln das Sachen- und Hypothekenrecht in Bosnien und Herzegowina sowie Rechtsfragen der gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaft in Serbien. Darüber hinaus werden aktuelle Urteile des BGH und wichtige Aspekte der europäischen Rechtsentwicklung dargestellt. Bezüglich des Europarechts reicht die Spanne der Themen in der aktuellen Ausgabe vom Asylrecht und dem Datenschutzrecht über die Grundrechtecharta bis hin zum Wettbewerbsrecht, zum CETA-Abkommen und zur Terrorismusbekämpfung.

In der Rubrik „Vorschriften und Materialien“, in der interessante Rechtstexte übersetzt und einleitend kommentiert werden, wird dieses Mal das deutsche Anti-Doping-Gesetz vorgestellt. Ein umfangreicher Teil mit verschiedenen Buchbesprechungen und Veranstaltungsberichten schließt die Ausgabe ab.

Der Originalausgaben der NPR sind auf der Website der IRZ und bei verschiedenen Projektpartnern wie dem Hohen Justizrat von Bosnien und Herzegowina und dem südosteuropäischen Juristennetzwerk Harmonius als Download erhältlich. Außerdem gibt es im Downloadbereich dieser Website jeweils deutsche Kurzausgaben der Zeitschrift, so dass sich Interessierte auch ohne einschlägige Sprachkenntnisse ein Bild von der Entwicklung der Zeitschrift machen können.

Erstellt wird die NPR von einem bosnisch-herzegowinischen-deutsch-serbischen Redaktionsteam. Die Zeitschrift besitzt einen mit angesehenen Rechtswissenschaftlerinnen und Rechtswissenschaftlern aus verschiedenen Staaten besetzten Herausgeberrat. Deutsche Mitglieder sind Professor Dr. Dres. h.c. Friedrich-Christian Schroeder, Regensburg, und Prof. Dr. Heinz-Peter Mansel, Köln, der auch Mitherausgeber und Schriftleiter der Zeitschrift IPRax - Praxis des Internationalen Privat- und Verfahrensrechts ist.

Außer Originalbeiträgen südosteuropäischer Autorinnen und Autoren veröffentlicht die NPR auch Arbeiten ausländischer Autorinnen und Autoren in Übersetzung, die schon in andere Sprachen in angesehenen deutschen Fachzeitschriften wie

•    der Europäische Grundrechtszeitschrift (EuGRZ)
•    dem Jahrbuch für Ostrecht (JOR) und 
•    der Neuen Juristischen Wochenschrift (NJW) sowie
•    der Zeitschrift für Wirtschaft und Recht in Osteuropa (WiRO) (siehe auch ausgewählte Beiträge der WiRO im Download-Bereich dieser Website)

erschienen sind.

Auf diese Weise wird es südosteuropäischen Leserinnen und Lesern ermöglicht, auch ohne einschlägige Sprachkenntnisse Einblick in die Vielfalt der juristischen Publikationen in Deutschland zu nehmen.

Nähere Informationen zur Zeitschrift finden sich auch in Wikipedia.

Ein halbes Jahrzehnt internationale „Tage des Familienrechts“ in Mostar

  • Ausschnitt aus der Diskussion: Prof. Dr. Suzana Bubić (Mitte)

    Ausschnitt aus der Diskussion: Prof. Dr. Suzana Bubić (Mitte)

  • Blick ins Publikum

    Blick ins Publikum

Am 31. März und am 1. April 2017 fand in Mostar die 5. internationale Konferenz „Tage des Familienrechts" statt. Veranstaltet wurde sie von der Juristischen Fakultät der Universität Džemal Bijedić und der IRZ. Thema war diesmal der Einfluss der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte auf die nationalen Familienrechte.

Auf der Konferenz wurden folgende Themen erörtert:

  • Rechtsverhältnisse von Verwandten,
  • Rechtsfragen der gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaft,
  • Rechtsfragen bezüglich eines Schwangerschaftsabbruchs,
  • häusliche Gewalt,
  • Rechtsstatus transsexueller Personen,
  • Einfluss der Rechtsprechung des EGMR auf die nationalen Gesetzgebungen in der Region.

Zu den Referenten gehörten Fachleute aus verschiedenen staatlichen Fakultäten Bosnien und Herzegowinas sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Fakultäten Kragujevac, Belgrad und Novi Sad in Serbien sowie Rijeka und Zagreb in Kroatien.

Die praktische Relevanz der behandelten Themen wurde nicht zuletzt dadurch ersichtlich, dass an der Veranstaltung, außer Universitätsangehörigen, auch Amtsrichterinnen und Amtsrichter sowie juristische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Zentren für Sozialfürsorge teilnahmen. Diesbezüglich hob Prof. Dr. Suzana Bubić in ihren einführenden Worten hervor, dass diese Zusammenarbeit zwischen der akademischen Gemeinschaft und den Praktikern bereits seit einem halben Jahrzehnt besteht.

Wie viele andere Veranstaltungen, an denen die IRZ beteiligt ist, werden die Ergebnisse dieser Konferenz später in einem Tagungsband publiziert und dadurch auch der weiteren Fachöffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Juristische Methodenlehre mit regionaler Beteiligung in Zenica

  • Prof. Dr. Marija Karanicik-Miric bei ihrem Vortrag

    Prof. Dr. Marija Karanicik-Miric bei ihrem Vortrag

  • Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops

    Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops

  • Die Referentinnen und Referenten während der Veranstaltung

    Die Referentinnen und Referenten während der Veranstaltung

Am 1. Märzwochenende fand an der juristischen Fakultät der bosnischen Industriestadt Zenica ein weiterer, von der IRZ mitveranstalteter Workshop für Doktoranden aus Bosnien und Herzegowina sowie aus Nachbarstaaten statt. Der regionale Aspekt wurde noch dadurch verstärkt, dass zwei der Referenten aus Serbien stammten. Deutschland war durch einen der Landessprache mächtigen, promovierten Juristen, einen ehemaligen Universitätsassistenten und Lehrbeauftragten, vertreten.

Die Arbeitsweise war interaktiv. Die fast dreißig Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten deshalb ausreichend Gelegenheit, Fragen zu stellen. Im Mittelpunkt standen die umfassende Planung und Durchführung von Magister-und Doktorarbeiten einschließlich der damit zusammenhängenden technischen Fragen. Außerdem mussten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Gruppenarbeit anhand von Aufsätzen in Landessprache sowie auf Englisch und Deutsch juristische Fragestellungen diskutieren und Lösungen erarbeiten. Angesprochen wurden jedoch auch Themen wie der Umgang mit Leistungsdruck und Frustrationen bei der Arbeit an einer Promotion.

Die Veranstaltungen ist Teil der Aktivitäten der IRZ in Südosteuropa, mit denen insbesondere juristische Fakultäten bei regional ausgerichteten Programmen unterstützt werden.