Zum Abschluss der Veranstaltungsreihe "Unterricht in Demokratie und Recht"

Eine nachhaltige Investition in die künftige Generation der Zivilgesellschaft

Fünf Jahre lang führte die IRZ die Veranstaltungsreihe "Unterricht in Demokratie und Recht" für Schülerinnen und Schüler der Oberstufe der deutschsprachigen Gymnasien in Bulgarien durch.

Bis Ende 2017 engagierte sich die IRZ in ausgewählten bulgarischen Schulen im Bereich der rechtlichen und politischen Bildung von Jugendlichen. Das Projekt "Unterricht in Demokratie und Recht" wurde im Rahmen der Zusammenarbeit mit der damaligen Vizepräsidentin der Republik Bulgarien (2012-2017), Margarita Popova, initiiert. Im Frühjahr 2013 konnte die erste Schule teilnehmen.

Ziel der Veranstaltungsreihe war die Förderung einer starken und mutigen Zivilgesellschaft, in der Individuen eine politische Meinung haben und Verantwortung für ihr Handeln in der Gesellschaft und im Staat übernehmen.

Die Kurse fanden in deutscher Sprache statt. Das Programm des Kurses basierte auf dem Rechtskundeunterricht des Justizministeriums des Landes Nordrhein-Westfalen und wurde an die bulgarischen Gegebenheiten angepasst.

Wichtige Themen im Unterricht waren:

  • die Grundlagen des Rechts und dessen Entstehung,
  • die Staatsorganisation und die Möglichkeit des Einzelnen, an der Willensbildung im Staat zu partizipieren,
  • das Wesen der Demokratie und deren Verankerung in der Verfassung,
  • das Gesetzgebungsverfahren,
  • die Grund- und Menschenrechte,
  • Kinderrechte und Jugendschutz sowie
  • die Europäische Union und das Europarecht.

Diskutiert wurde über das staatliche Machtmonopol und über die Rolle der Gerichte. In Arbeitsgruppen und mithilfe von Rollenspielen entwarfen die Schülerinnen und Schüler selbst Gesetze und versuchten, mit ihren Argumenten zu überzeugen.

Ziel der Kurse war es überdies, ein grundlegendes Verständnis dafür zu schaffen, wie Demokratie als Staatsform funktioniert und wie Teilhabe an demokratischen Prozessen möglich ist. Mancherorts beteiligten sich die regionalen Gerichte, indem sie die Schülerinnen und Schüler während oder nach dem Kurs zu einer Gerichtsverhandlung und zu Gesprächen einluden.

Durch das Projekt konnten innerhalb von fünf Jahren an insgesamt zwölf Schulen dreizehn einwöchige Kurse durchgeführt werden. Die Schulen waren fremd- oder deutschsprachige Gymnasien in:

  • Lovech und Blagoevgrad (2013),
  • Sofia (2014),
  • Pazardzhik und Razgrad (2015),
  • Kardzhali, Burgas, Haskovo und Smoljan (2016) und
  • Ruse, Montana, Pernik und noch einmal Blagoevgrad (2017).

Insgesamt konnten etwa tausend Schülerinnen und Schüler im Alter von sechszehn bis achtzehn Jahren am Unterricht teilnehmen.

Die Reaktionen waren während der gesamten Projektlaufzeit sehr positiv. Nach Abschluss der ersten Veranstaltungen bewarben sich immer mehr Schulen für die Teilnahme an dem Programm.

Maßgeblich für den Erfolg war zweifellos auch die Arbeit der Referentin Ulrike Schultz, Akademische Oberrätin a.D., Fernuniversität in Hagen, die das Programm jeweils flexibel an den Kenntnis- bzw. Erfahrungsstand der Schülerinnen und Schüler sowie an die aktuellen Entwicklungen in Bulgarien anpasste.

Zum neunten Mal Rechts- und Demokratieunterricht an deutschsprachigen Gymnasien in Bulgarien

Eröffnung in Smoljan: Margarita Popova, Vizepräsidentin der Republik Bulgarien; Nadezhda Goranova, Rektorin des Gymnasiums; Referentin Ulrike Schultz; Kremena Ehrmann, Beraterin der IRZ für die Zusammenarbeit mit Bulgarien (v.r.n.l.)Eröffnung in Smoljan: Margarita Popova, Vizepräsidentin der Republik Bulgarien; Nadezhda Goranova, Rektorin des Gymnasiums; Referentin Ulrike Schultz; Kremena Ehrmann, Beraterin der IRZ für die Zusammenarbeit mit Bulgarien (v.r.n.l.)

Die Vizepräsidentin der Republik Bulgarien, Margarita Popova, eröffnete am 10. Oktober 2016 in der bulgarischen Stadt Smoljan die neunte Veranstaltung aus der Reihe „Demokratie und Recht“, die von der IRZ in Zusammenarbeit mit dem Präsidialamt organisiert wird. Vor den teilnehmenden Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Gästen sprach Margarita Popova über die Demokratie als Lebensweise und betonte, wie wichtig es ist, Brücken zwischen den Ländern und den einzelnen Menschen zu errichten. Sie würdigte das nachhaltige Engagement der IRZ in diesem Projekt und die langjährige Arbeit mit Institutionen in Bulgarien.

Seit 2013 führt die IRZ den Kurs für die Oberstufe der deutschsprachigen Gymnasien durch. Die Schule in Smoljan profitierte nach den Gymnasien in Lovech, Blagoevgrad, Sofia, Pazardzhik, Razgrad, Kardzhali, Burgas und Haskovo mit etwa 70 Schülerinnen und Schüler von der Veranstaltung. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden mit den Grundprinzipien der Demokratie, der Staatsorganisation und des Rechts vertraut gemacht. Ziele des viertägigen Unterrichts sind die Sensibilisierung der jungen Menschen für Rechtsstaatlichkeit und Demokratie und dadurch die Unterstützung einer stark motivierten zukünftigen Bürgergesellschaft.

Das Programm basiert auf dem Rechtskundeunterricht des Justizministeriums des Landes Nordrhein-Westfalen und wurde speziell für die bulgarischen Gegebenheiten angepasst. Die Referentin, Ulrike Schultz, war bis vor kurzem akademische Oberrätin am Lehrstuhl für Deutsches und Europäisches Verfassungs- und Verwaltungsrecht sowie Völkerrecht der Fernuniversität in Hagen und ist maßgeblich an die Entwicklung des Rechtskundeunterrichts in NRW beteiligt.

Schulen aus ganz Bulgarien bekunden ihr Interesse für den Kurs beim Präsidialamt. Für die Fortführung des Projekts im nächsten Jahr werden zwei bis drei weitere Gymnasien ausgewählt.

Rechts- und Demokratieunterricht in Haskovo 

Projektpartner und Gäste bei der Eröffnung des Demokratieunterrichts in Haskovo: Dejan Janev, Rektor des dortigen Gymnasiums „Prof. Dr. Assen Zlatarov“; Ulrike Schultz, Referentin; Kremena Ehrmann, IRZ (1. Reihe v.l.n.r.); sowie Maria Angelova, Direktorin des Amtsgerichts Haskovo, und Ivan Panajotov, Vertreter des Bildungsministeriums (2. Reihe rechts)Projektpartner und Gäste bei der Eröffnung des Demokratieunterrichts in Haskovo: Dejan Janev, Rektor des dortigen Gymnasiums „Prof. Dr. Assen Zlatarov“; Ulrike Schultz, Referentin; Kremena Ehrmann, IRZ (1. Reihe v.l.n.r.); sowie Maria Angelova, Direktorin des Amtsgerichts Haskovo, und Ivan Panajotov, Vertreter des Bildungsministeriums (2. Reihe rechts)

Am 4. Oktober 2016 wurde am Fremdsprachengymnasium "Prof. Dr. Assen Zlatarov" in der bulgarischen Stadt Haskovo die achte Veranstaltung aus der Reihe „Demokratie und Recht“ eröffnet. Nach einem traditionellen Tanz, der vom Schülerensemble zum Auftakt aufgeführt wurde, begrüßte Schulleiter Dejan Janev die Referentin Ulrike Schultz, die IRZ sowie Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Institutionen aus der Region. Das Projekt, seine Entstehungsgeschichte und die inhaltlichen Schwerpunkte des Unterrichts wurden den Gästen und der Presse von der Beraterin der IRZ für die Zusammenarbeit mit der Republik Bulgarien, Kremena Ehrmann, vorgestellt. Begrüßungsworte sprachen auch der regionale Vertreter des Bildungsministeriums, die Bildungsbeauftragte der Stadt und die Direktorin des Bezirksgerichts Haskovo.

Seit 2013 führt die IRZ in Zusammenarbeit mit der Vizepräsidentin der Republik Bulgarien, Margarita Popova, den Kurs für die Oberstufe der deutschsprachigen Gymnasien durch. Die Schule in Haskovo ist die achte nach den Gymnasien in Lovech, Blagoevgrad, Sofia, Pazardzhik, Razgrad, Kardzhali und Burgas. Ca. 100 Schülerinnen und Schüler der 10., 11. und 12. Klasse werden in drei Gruppen mit Grundprinzipien der Demokratie, der Staatsorganisation und des Rechts vertraut gemacht. Ziel des viertägigen Unterrichts ist die Sensibilisierung der jungen Menschen für Rechtsstaatlichkeit und Demokratie und dadurch die Unterstützung einer stark motivierten zukünftigen Bürgergesellschaft.

Das Programm basiert auf dem Rechtskundeunterricht des Justizministeriums des Landes Nordrhein-Westfalen und wurde speziell für die bulgarischen Gegebenheiten angepasst. Die Referentin, Ulrike Schultz, war bis vor kurzem akademische Oberrätin am Lehrstuhl für Deutsches und Europäisches Verfassungs- und Verwaltungsrecht sowie Völkerrecht der Fernuniversität in Hagen und ist maßgeblich an der Entwicklung des Rechtskundeunterrichts in NRW beteiligt.

Das Interesse bei den bulgarischen Schulen ist groß. Der nächste Kurs wird gleich im Anschluss vom 10. bis 13. Oktober 2016 in Smoljan stattfinden.