Unterricht in Demokratie und Recht in Burgas, Bulgarien

  • Nadezhda Radeva-Ivanova, Rektorin des Goethe-Gymnasiums, und Kremena Ehrmann, Beraterin der IRZ, eröffnen die Veranstaltung und stellen die Referentin Ulrike Schultz vor (v.l.n.r)

    Nadezhda Radeva-Ivanova, Rektorin des Goethe-Gymnasiums, und Kremena Ehrmann, Beraterin der IRZ, eröffnen die Veranstaltung und stellen die Referentin Ulrike Schultz vor (v.l.n.r)

  • Ulrike Schultz mit den Schülerinnen und Schülern der 11. Klasse

    Ulrike Schultz mit den Schülerinnen und Schülern der 11. Klasse

  • Ulrike Schultz im Unterricht

    Ulrike Schultz im Unterricht

Vom 7. bis zum 10. Juni 2016 fand am deutschsprachigen Goethe-Gymnasium in Burgas am Schwarzen Meer der Kurs Demokratie und Recht für Schüler der Oberstufe statt. In zwei Altersgruppen wurden 80 Schülerinnen und Schülern unter anderem mit den Grundstrukturen des Rechts, der Bedeutung von Recht und Gerichten für den Staat und den Einzelnen, der Staatsorganisation und den Partizipationsmöglichkeiten in der Demokratie vertraut gemacht. Das Programm basiert auf den Rechtskundeunterricht des Justizministeriums des Landes Nordrhein-Westfalen und wurde speziell für die bulgarischen Gegebenheiten angepasst. Die Referentin Ulrike Schultz war bis vor kurzem akademische Oberrätin am Lehrstuhl für Deutsches und Europäisches Verfassungs- und Verwaltungsrecht sowie Völkerrecht der Fernuniversität in Hagen und ist maßgeblich an der Entwicklung des Rechtskundeunterrichts in NRW beteiligt.

Die Rektorin des Gymnasiums begrüßte die Referentin im Beisein der Schülerinnen und Schüler und bedankte sich für das langjährige Engagement der IRZ in diesem Projekt, das in Zusammenarbeit mit der Vizepräsidentin der Republik Bulgarien, Margarita Popova, durchgeführt wird. Die Beraterin der IRZ für die Zusammenarbeit mit Bulgarien, Kremena Ehrmann, erläuterte die Entstehung und die bisherigen Erfolge der Veranstaltungsreihe. Das Goethe-Gymnasium ist die siebte deutschsprachige Schule in Bulgarien, die am Projekt beteiligt wird. Die Schülerinnen und Schüler profitieren erheblich von ihrer Teilnahme, da sie in Kleingruppen mithilfe praktischer Fälle für die Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit und der Demokratie sensibilisiert werden und so ihr Selbstbewusstsein als Bürger eines demokratischen Staates und als Europäer gestärkt wird. Der Unterricht ist in Bulgarien bisher einzigartig und bei den deutschsprachigen Gymnasien sehr gefragt.

Zwei Seminare im Rahmen des EU-Projekts zum Opferschutz in Sofia und Plovdiv

  • Daniela Mascheva, Staatsanwältin bei der Obersten Kassationsstaatsanwaltschaft der Republik Bulgarien, eröffnet das Seminar in Sofia

    Daniela Mascheva, Staatsanwältin bei der Obersten Kassationsstaatsanwaltschaft der Republik Bulgarien, eröffnet das Seminar in Sofia

  • Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminars in Sofia

    Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminars in Sofia

  • Vorstellung der Rahmenbedingungen in Bulgarien und Rumänien: Michaela Romana Gradinariu, Staatsanwältin bei der Bezirksstaatsanwaltschaft Cluj, Rumänien (links), und Daniela Mascheva (rechts)

    Vorstellung der Rahmenbedingungen in Bulgarien und Rumänien: Michaela Romana Gradinariu, Staatsanwältin bei der Bezirksstaatsanwaltschaft Cluj, Rumänien (links), und Daniela Mascheva (rechts)

  • Diskussion während des Seminars in Sofia

    Diskussion während des Seminars in Sofia

In Bulgarien fanden am 12. und 13. Mai in Sofia sowie am 16. und 17. Mai in Plovdiv die ersten zwei Schulungsseminare im Projekt "Verstärkung der Effektivität der Staatsanwaltschaften von Bulgarien und Rumänien im Bereich der Arbeit mit Opfern von Straftaten und Verbesserung der Zusammenarbeit mit Opferschutzorganisationen vor Ort und im Ausland" statt. Im Rahmen dieser Seminare wurden bulgarische, rumänische und deutsche Staatsanwältinnen und Staatsanwälte für einen respektvollen, nicht diskriminierenden und professionellen Umgang mit den Opfern von Straftaten im Sinne der Richtlinie 2012/29/EU des Europäischen Parlaments und des Europäischen Rates geschult. An der Veranstaltung nahmen auch bulgarische Ermittlerinnen und Ermittler, Polizistinnen und Polizisten sowie Vertreterinnen und Vertreter der jeweiligen Opferschutzorganisationen in Sofia und Plovdiv teil.

Am Anfang der Veranstaltung stand die Vorstellung des Projekts, seiner Ziele und der beteiligten Institutionen und Organisationen. Wie Deutschland die EU-Richtlinie umsetzt und welche anderen Opferschutz-Standards in Deutschland gelten war am ersten Seminartag genauso Thema wie die gesetzlichen Rahmenbedingungen und die praktische Arbeit in Rumänien und Bulgarien. Dabei wurden die sich daraus ergebenden Probleme in der Praxis und Lösungswege dafür diskutiert und verglichen. Am Nachmittag des zweiten Tages wurde eine Lerneinheit für Ausbilderinnen und Ausbilder (sog. train the trainer) durchgeführt. Ziel dieser Einheit ist es, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Weitergabe des im Seminar erworbenen Wissens an Kolleginnen und Kollegen zu ermöglichen.

In dieser Schulungsreihe sind weitere vier Seminare in Bulgarien und Rumänien, Studienreisen und Workshops vorgesehen. Das nächste Seminar findet am 25. und 26. Mai in Bukarest statt. Parallel dazu sind andere Veranstaltungen zur Verbesserung der Zusammenarbeit und Netzwerkbildung im Rahmen des Projekts geplant.

Koordinatorin ist die IRZ, die das vom Justiz-Programm der EU mitfinanzierte Projekt mit einer Laufzeit von zwei Jahren federführend durchführt. Partner sind die Staatsanwaltschaften der Republiken Bulgarien und Rumänien sowie die Organisation „Weißer Ring".

Demokratieunterricht in Kardzhali

  • Die Vizepräsidentin Bulgariens, Margarita Popova (im roten Mantel), und Ulrike Schultz (links), Referentin des Demokratieunterrichts, werden mit Brot und Honig begrüßt

    Die Vizepräsidentin Bulgariens, Margarita Popova (im roten Mantel), und Ulrike Schultz (links), Referentin des Demokratieunterrichts, werden mit Brot und Honig begrüßt

  • Die Referentin Ulrike Schultz (rechts) und Kremena Ehrmann, Beraterin der IRZ für die Zusammenarbeit mit Bulgarien, begrüßen Schülerschaft und Gäste und stellen den Demokratieunterricht vor

    Die Referentin Ulrike Schultz (rechts) und Kremena Ehrmann, Beraterin der IRZ für die Zusammenarbeit mit Bulgarien, begrüßen Schülerschaft und Gäste und stellen den Demokratieunterricht vor

  • Ulrike Schultz unterrichtet in Klasse 10

    Ulrike Schultz unterrichtet in Klasse 10

  • Vizepräsidentin Margarita Popova (Mitte rechts) und die Projektpartner mit den Lehrerinnen und Lehrern aus Kardzhali

    Vizepräsidentin Margarita Popova (Mitte rechts) und die Projektpartner mit den Lehrerinnen und Lehrern aus Kardzhali

Vom 11. bis 14. April 2016 fand in Kardzhali im Süden Bulgariens am dortigen Fremdsprachengymnasium "Hristo Botev" die nunmehr sechste Veranstaltung in der Unterrichtsreihe "Demokratie und Recht" statt. Der Demokratieunterricht wurde 2013 von der Vizepräsidentin der Republik Bulgarien, Margarita Popova, ins Leben gerufen und wird seitdem von der IRZ in Zusammenarbeit mit dem Präsidialamt in Sofia durchgeführt.

In ihrer Eröffnungsansprache dankte Margarita Popova der IRZ für das langjährige und nachhaltige Engagement und betonte die wichtige Rolle der Schule bei der Begleitung und Erziehung der Heranwachsenden zu freien und mündigen Bürgerinnen und Bürgern. Unter den Gästen befanden sich neben Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern der Schule auch der Landrat und der Bürgermeister von Kardzhali sowie viele Pressevertreter. Ein kleines Rahmenprogramm in deutscher Sprache rundete die Eröffnungsveranstaltung ab.

An der insgesamt vier Tage dauernden Unterrichtsreihe haben jeweils 52 Schülerinnen und Schüler der 10. und der 11. Klasse der deutschsprachigen Abteilung teilgenommen. Auch Lehrerinnen und Lehrer, die Recht und Ethik an der Schule unterrichten, konnten durch die Erfahrung der Referentin und durch die Unterrichtsmaterialien profitieren.

Themen waren u.a. die Menschenrechte, die Rechte und Pflichten des Einzelnen als Bürger, die Gewaltenteilung im Staat und die Entscheidungsfindung in der Demokratie. Die Schülerinnen und Schüler interessierten sich auch dafür, ob Gleichaltrige in Deutschland besonders politisch und gesellschaftlich aktiv sind und welche Rechte Jugendliche in Deutschland haben. Die Referentin Frau Ulrike Schultz war bis vor kurzem akademische Oberrätin am Lehrstuhl für deutsches und europäisches Verfassungs- und Verwaltungsrecht sowie Völkerrecht der Fernuniversität in Hagen. Sie hat den Rechtskundeunterricht des Landes Nordrhein-Westfalen, auf dem der Demokratieunterricht in Bulgarien basiert, maßgeblich mitentwickelt und arbeitet seit vielen Jahren als Referentin u.a. für Schüler und Lehrer.

Die Veranstaltungsreihe ist unter den deutschsprachigen Gymnasien in Bulgarien bekannt und sehr beliebt. Der nächste Kurs findet im Juni in Burgas statt.