Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminars
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminars
Jordanien

Am 4. und 5. September 2018 veranstaltete die IRZ in Kooperation mit der jordanischen Strafvollzugsbehörde ein Seminar zu den Themen „Klassifizierung der Häftlinge und Vollzugsplan“ sowie „Einbindung externer staatlicher und zivilgesellschaftlicher Akteure im Resozialisierungsprozess“. Die Maßnahme fand statt im Rahmen eines durch das Auswärtige Amt in der Transformationspartnerschaft geförderten Projekts zur Justizfortbildung als stabilisierendem Element der Rechtsstaatlichkeit in Jordanien, das die IRZ im Zeitraum von 2017 bis 2019 umsetzt.

Mit der bei der jordanischen Polizei angesiedelten Strafvollzugsbehörde (Correction and Rehabilitation Centers Department) unterhält die IRZ seit mehreren Jahren eine sehr enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit, und so konnte auch dieses Seminar wieder in gewohnt guter und vor allem offener Arbeitsatmosphäre durchgeführt werden. Das Seminar wurde eröffnet durch den neu ernannten Generaldirektor der jordanischen Strafvollzugsbehörde, Brigadier Ayman Al Awaysheh, der auch durchgängig an der Veranstaltung teilnahm.

Von deutscher Seite berichteten aus der Praxis des Berliner Strafvollzugs:

  • Johanna Schmid, Abteilung III Justizvollzug bei der Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung, sowie
  • Benjamin Horn, Sozialarbeiter in der Jugendstrafanstalt Berlin (Strafbereich: Zugangsabteilung - Diagnostik).

Referenten für die jordanische Seite waren:

  • Colonel Ahed Al Sharaydeh, Direktor des Trainingsinstituts für den jordanischen Strafvollzug, sowie
  • Major Ghazi Al Maaliah, Trainer am Trainingsinstitut.

An zwei Arbeitstagen diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus jordanischer und deutscher Sicht über praktische Fragen der Klassifizierung von Gefangenen und der Erstellung von Vollzugs- und Eingliederungsplänen sowie über die Einbindung von externen Akteuren in den Resozialisierungsprozess. Besonders vertieft behandelt wurden dabei auch Fragen des Umgangs mit religiös radikalisierten Häftlingen sowie der Radikalenprävention im Vollzug, da diese Thematik mittlerweile auch im Strafvollzug in Deutschland immer mehr an Bedeutung gewonnen hat.

Unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus dem jordanischen Strafvollzug waren die Direktion der jordanischen Strafvollzugsbehörde, Leiterinnen und Leiter von jordanischen Haftanstalten sowie der Direktor und Mitarbeiter des Trainingsinstituts für den Strafvollzug vertreten. Die am Resozialisierungsprozess beteiligten staatlichen Stellen waren durch Vertreterinnen und Vertreter des Bildungsministeriums, des Kultusministeriums sowie des Ministeriums für islamische Angelegenheiten präsentiert.

Aus der Gruppe der nicht-staatlichen Akteure nahmen Repräsentantinnen und Repräsentanten folgender Institutionen teil:

  • das Jordanian National Centre for Human Rights,
  • die Nationale Vereinigung zur Unterstützung der Haftanstalten,
  • die Kulturvereinigung für die Nachsorge Haftentlassener sowie
  • die Gesellschaft für berufliche Bildung.

Die bislang bestehende Kooperation zwischen der jordanischen Strafvollzugsbehörde und nicht-staatlichen Akteuren der Zivilgesellschaft im Resozialisierungsprozess kann sicherlich noch auf einer breiteren Grundlage ausgebaut werden. Alle Beteiligten standen an beiden Seminartagen in einem regen konstruktiven und offen geführten Dialog, aus dem sich zahlreiche Ansätze für eine künftige vertiefte Zusammenarbeit ergaben.