Train-the-Trainers Aufbauseminar für die richterliche Praxis in Amman

Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminars
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminars
Jordanien

In Kooperation mit der jordanischen Justizakademie (Judicial Institute of Jordan) fand am 8. und 9. April 2019 ein Aufbauseminar zum Thema „Methodik und Didaktik für die richterliche Praxis“ in Amman statt. Der Teilnehmerkreis setzte sich aus Richterinnen und Richtern zusammen, die ihrerseits Trainingsseminare an der jordanischen Richterakademie leiten.

Die Veranstaltung wurde als Vertiefungs- und Aufbaukurs zu dem bereits im Januar 2019 ausgerichteten Seminar durchgeführt. Geleitet wurden die zwei Arbeitstage von Dr. Arnd Weishaupt, Richter am Oberlandesgericht in Düsseldorf, und Uwe Stark, Richter am Amtsgericht Siegen, die beide seit Jahren als Experten im Bereich der Ausbildung von Trainern und Multiplikatoren im juristischen Bereich tätig sind.

Der Schwerpunkt des Seminars lag darin, das im Grundkurs erworbene Wissen in praktischen Übungen anzuwenden. Das Seminar war sehr praxisorientiert und interaktiv gestaltet, wodurch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht nur über das bereits Gelernte reflektieren konnten, sondern dies ebenfalls im Rahmen von eigenen Präsentationen von frei gewählten Themen umsetzen konnten. Videoaufzeichnungen der Präsentationen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer boten die Möglichkeit, die Vorträge genauer zu analysieren, sowohl auf positive als auch negative Aspekte einzugehen und diese im Plenum genauer zu diskutieren. Darüber hinaus wurden u.a. weitere Möglichkeiten der Unterrichtsgestaltung, typische Fehler beim Einsatz von Medien und der Umgang mit Störungen im Seminarablauf vorgestellt.

Sowohl im Grund- als auch im Aufbauseminar wurden eine Vielzahl von Anregungen und Beispielen für die didaktische Einbettung einer juristischen Thematik vermittelt. Vor dem Hintergrund der Wortbeiträge und Diskussionen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist davon auszugehen, dass diese sich intensiv mit Seminar-Thematik beschäftigten und die erhaltenen Instrumente zur erfolgreichen Durchführung eines Seminars aktiv in ihre eigenen Kurse einbauen werden.

Mit der jordanischen Justizakademie besteht seit 10 Jahren eine enge Zusammenarbeit. Diese in Zukunft weiterzuführen, wird von beiden Seiten angestrebt, wie auch die Direktorin der jordanischen Justizakademie, Richterin Ihsan Barakat, bei ihren Eröffnungsworten betonte.

Die Maßnahme fand statt im Rahmen eines durch das Auswärtige Amt in der Transformationspartnerschaft geförderten Projekts zur Justizfortbildung als stabilisierendem Element der Rechtsstaatlichkeit in Jordanien, das die IRZ im Zeitraum 2017 bis 2019 umsetzt.

Train-the-Trainers Seminar für die richterliche Ausbildung in Amman

Dr. Arnd Weishaupt während seines Vortrags
Dr. Arnd Weishaupt während seines Vortrags
Jordanien

Am 8. und 9. Januar 2019 veranstaltete die IRZ in Kooperation mit der jordanischen Justizakademie (Judicial Institute of Jordan) ein Seminar zum Thema „Methodik und Didaktik für die richterliche Praxis“, an dem Richterinnen und Richter der unterschiedlichsten Gerichte in Amman und Umgebung teilnahmen. Eröffnet wurde die Veranstaltung von der Direktorin der jordanischen Justizakademie, Richterin Ihsan Barakat. Im Anschluss daran stellten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminars sowie Seminarleiter vor.

Als deutsche Experten leiteten Dr. Arnd Weishaupt, Richter am Oberlandesgericht in Düsseldorf, und Uwe Stark, Richter am Amtsgericht Siegen, das Seminar. Beide sind bereits seit Jahren Experten im Bereich der Ausbildung von Trainerinnen und Trainern im juristischen Bereich.

Referenten von jordanischer Seite waren Dr. Abdulrahman Tawfiq, ehemaliger Richter des Kassationsgerichts und Rechtsberater, sowie Dr. Khaled Al-Sama'a, Richter am Revisionsgericht in Amman. Die beiden jordanischen Experten referierten zu Schulungskonzepten im Bereich des Zivil- und Strafrechts.

An zwei Arbeitstagen wurde aus jordanischer und deutscher Sicht über praktische Fragen der Seminargestaltung diskutiert. Der Schwerpunkt des Seminars lag auf folgenden Themen:

  • Vermittlung des für die Durchführung eines gelungenen Seminars erforderlichen methodisch-didaktischen Instrumentariums,
  • Grundlagen zum Lernverhalten Erwachsener,
  • Auswahl des Lernstoffs,
  • Vortagstechnik,
  • Bedeutung der Körpersprache,
  • Methoden zur Motivierung von Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie
  • Methoden zur Steigerung der Lernausbeute.

All diese Aspekte wurden ausführlich herausgearbeitet und anhand zahlreicher Beispiele exemplarisch durchgespielt. In den regen Diskussionen im Anschluss an die Vorträge ging es vor allem darum, wie die Arbeitsergebnisse für die jordanische Richterausbildung nutzbar gemacht werden können.

Mit der jordanischen Justizakademie besteht seit 10 Jahre eine enge Zusammenarbeit, die beide Seiten auch in Zukunft fortsetzen wollen.

Die Maßnahme fand statt im Rahmen eines durch das Auswärtige Amt in der Transformationspartnerschaft geförderten Projekts zur Justizfortbildung als stabilisierendem Element der Rechtsstaatlichkeit in Jordanien, das die IRZ im Zeitraum von 2017 bis 2019 umsetzt.

Dreitägige Studienreise einer jordanischen Delegation in Berlin zur Resozialisierung von Haftentlassenen

Jordanische Delegation in der JVA Plötzensee
Jordanische Delegation in der JVA Plötzensee
Jordanien

Im Rahmen einer Studienreise nach Berlin vom 22. bis 26. Oktober 2018 tauschten sich die Mitglieder einer jordanischen Delegation mit deutschen Expertinnen und Experten über das Thema „Klassifizierung, Vollzugsplan und Einbindung externer Akteure als Grundlagen für eine erfolgreiche Resozialisierung von Haftentlassenen“ aus. Dieser Besuch einer Leiterin sowie Leitern und stellvertretenden Leitern von jordanischen Justizvollzugsanstalten bot praxisnahe Erfahrungen und ergänzte das themengleiche Seminar im September dieses Jahres in Amman.

Der erste Besuch fand in der JVA für Frauen in Berlin statt. Hier stellten die Sozialdienstkoordinatorinnen Carola Trömel und ihre Kollegin Sandra Rodrigues Silva neben generellen Informationen über die JVA und neben Besonderheiten des Frauenvollzugs auch Projekte in Kooperation mit externen Trägern vor. Dabei gingen sie besonders auf das Projekt „startklar“ ein, das Beratungs- und Bildungsangebote zur beruflichen Orientierung und sozialen Reintegration junger Frauen anbietet.
Im Anschluss besuchten die jordanischen Gäste die JVA Plötzensee, deren Anstaltsleiter Dr. Uwe Meyer-Odewald die Delegation begrüßte. Es folgte ein Fachgespräch mit Psychologin Andree und Sozialarbeiter Schulz. Sie erläuterten das Prozedere zur Erstellung eines Vollzugsplans und stellten verschiedene Resozialisierungsmaßnahmen vor.

An den darauffolgenden Arbeitstagen war neben der JVA des Offenen Vollzugs in Berlin, wo Anstaltsleiter Thorsten Luxa das Konzept des offenen Vollzugs vorstellte, die Nichtregierungsorganisation Violence Prevention Network e.V. eine weitere Station des Studienbesuchs. Dort informierten sich die jordanischen Gäste über die Strukturen der Zusammenarbeit zwischen freien Trägern und Justizvollzugsanstalten sowie über Maßnahmen zum Umgang mit radikalisierten Häftlingen.

Durch die dreitägige Studienreise erhielten die Teilnehmerin und die Teilnehmer der Delegation Einblicke in das facettenreiche deutsche Strafvollzugssystem und dessen Kooperationen mit externen Akteuren. Durch die angeregten Diskussionen und Nachfragen bei den deutschen Partnern wurde das große Interesse der jordanischen Gäste am Thema deutlich. Auch wenn sie anmerkten, dass aufgrund der unterschiedlichen Ausgangssituationen nicht alle Maßnahmen in Jordanien umgesetzt werden können, nahmen sie die deutschen Konzepte dennoch mit großem Interesse auf. Die Studienreise schuf im Ergebnis ein stärkeres Bewusstsein für die Wichtigkeit individuell angepasster Vollzugspläne, die im Kontext der lokalen Gegebenheiten bestmöglich umgesetzt werden. Auch die Schlüsselrolle von nichtstaatlichen Akteuren wurde ausführlich diskutiert und Möglichkeiten der Kooperationen zwischen den JVAs und nichtstaatlichen Organisationen in Jordanien wurden exemplarisch durchgesprochen.