Seminar für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kosovo Prosecutorial Council zum Thema Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Praktische Übungen beim Medientraining für Pressesprecherinnen und Pressesprecher in Kosovo
Praktische Übungen beim Medientraining für Pressesprecherinnen und Pressesprecher in Kosovo
Kosovo

Vom 18. bis 20. März 2019 fand in Kooperation mit dem „Kosovo Prosecutorial Council“ ein Seminar zum Thema Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in Pristina statt. Die Veranstaltung richtete sich an Pressesprecherinnen und Pressesprecher der verschiedenen Staatsanwaltschaften in Kosovo. Von deutscher Seite wirkten Wolf-Tilman Baumert, Leitender Oberstaatsanwalt und Pressesprecher bei der Staatsanwaltschaft Wuppertal, sowie der freie Journalist Wolfram Lumpe mit.

Im Rahmen der bilateralen Zusammenarbeit mit Kosovo hat die IRZ bereits zahlreiche Maßnahmen zu dieser Thematik angeboten. Das dreitägige Seminar hatte zum Ziel, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Aufbau und Struktur der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit näher zu bringen und anhand praktischer Beispiele die optimale Gestaltung der mündlichen und schriftlichen Kommunikation von und mit Multiplikatoren aufzuzeigen.

Themen des Seminars waren:

  • Ziele von Medienarbeit,
  • Interessenlage von Medienvertretern,
  • Zuständigkeiten für Medienauskünfte bei Behörden sowie
  • Inhalt der Medienauskunft unter Beachtung der prozessualen Situation, insbesondere der ggf. zu beachtenden Unschuldsvermutung (Ermittlungsverfahren, gerichtliches Verfahren und Auskunft über rechtskräftig entschiedene Verfahren).

Im Rahmen dieses Seminars hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, zu den einzelnen Tätigkeitsfeldern der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit praktische Übungen zu absolvieren. Zu diesem Zweck wurden zahlreiche Interviews und Pressekonferenzen simuliert. Dabei ging es darum aufzuzeigen, wie man sich vor der Kamera richtig verhält und qualitativ gute Interviews gibt, wie der Ablauf und die Rollenverteilung bei einer Pressekonferenz sind und wie man vor Medienvertretern ein kurzes, aber informatives Statement abgeben kann.

Die Experten werteten alle aufgenommenen Interviews von Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus und gaben diesen ein professionelles Feedback. Dabei gingen sie sowohl auf den Inhalt als auch auf die Körpersprache ein. Um noch anschaulicher zu machen, worauf es bei einer Pressekonferenz ankommt und welche Fehler vermieden werden sollten, zeigten die Experten Videomitschnitte von gelungenen und misslungenen Pressekonferenzen und Fernsehinterviews, die sie anschließend mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern diskutierten.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigten sich sehr interessiert, fanden das Seminar sehr bereichernd und für die tägliche Arbeit sehr nützlich. Es ist beabsichtigt, eine Folgeveranstaltung im Juni dieses Jahres anzubieten.

Studienbesuch einer Delegation vom „Kosovo Prosecutorial Council“ in Deutschland

Delegation aus Kosovo zum Gespräch bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf
Delegation aus Kosovo zum Gespräch bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf
Kosovo

Am 3. und 4. Dezember 2018 hielt sich auf Einladung der IRZ eine Delegation vom „Kosovo Prosecutorial Council“ in Düsseldorf und Wuppertal auf. Thema des zweitägigen Arbeitsbesuchs war die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei Staatsanwaltschaften, Gerichten und Polizeibehörden in Deutschland. Ziel dieses Besuches war es, einen Austausch zwischen deutschen und kosovarischen Kolleginnen und Kollegen zu ermöglichen und so einen Einblick in die tägliche Arbeit der deutschen Institutionen zu vermitteln.

Der Aufenthalt begann mit einem Fachgespräch in der Staatsanwaltschaft Wuppertal, wo Wolf-Tilman Baumert, Oberstaatsanwalt und Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Wuppertal, die Delegation in Empfang nahm. Im Rahmen dieses Fachgesprächs informierten sich die kosovarischen Gäste über Themen wie Aufbau und Struktur des Pressesprecherwesens, rechtliche Vorgaben für die Pressearbeit der Staatsanwaltschaft und über Krisenmanagement anhand praktischer Beispiele. Die Delegationsteilnehmer zeigten großes Interesse an dieser Thematik und beteiligten sich aktiv an den Diskussionen.

Eine weitere Station des Besuchs war das Amts-und Landgericht Düsseldorf. Hier tauschten sich die Gäste aus Kosovo mit der Vorsitzenden Richterin und Pressesprecherin des Landgerichts Düsseldorf, Dr. Elisabeth Stöve, über das Thema „Zusammenarbeit von Medien und Justiz“ aus.

Zur Vertiefung dieser Themen besuchte die Delegation am zweiten Tag des Aufenthalts die Polizei Neuss und die Staatsanwaltschaft Düsseldorf. Zur Sprache kamen hier:

  • die Zusammenarbeit zwischen Polizei und Staatsanwaltschaft im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit,
  • die Abgrenzung der Kompetenzen und die Krisenkommunikation der Behörde anhand zahlreicher Praxisbeispiele und brisanter Fälle.
Es war für die kosovarischen Partner erkenntnisreich, mehrere Institutionen und deren Pressearbeit kennenzulernen. Die Zusammenarbeit der IRZ mit dem KPC wird daher 2019 fortgesetzt werden.

Studienreise einer kosovarischen Delegation zum Thema Kriminalprävention und Resozialisierung von Jugendlichen nach Deutschland

Während des Gesprächs mit dem Justizvollzugsbeauftragten des Landes NRW, Prof. Dr. Michael Kubink (rechts, Tischende)
Während des Gesprächs mit dem Justizvollzugsbeauftragten des Landes NRW, Prof. Dr. Michael Kubink (rechts, Tischende)
Kosovo

Vom 22. bis 25. Oktober 2018 reisten kosovarische Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Nichtregierungsorganisationen sowie die stellvertretende Ombudsperson Kosovos zu Gesprächen nach Deutschland. Themen der Studienreise, die im Rahmen der Kooperation der IRZ mit UNICEF Kosovo stattfand, waren die Kriminalprävention und Resozialisierung Jugendlicher in Deutschland am Beispiel Nordrhein-Westfalens.

Das intensive Fachprogramm gliederte sich dabei in zwei Teile. Am ersten Tag hatte die Delegation Gelegenheit, bei Gesprächen im nordrhein-westfälischen Justizministerium die Programme und Initiativen des Landes NRW im Bereich Kriminalprävention kennenzulernen. Zudem konnten die kosovarischen Gäste in einem anschließenden Gespräch mit dem Justizvollzugsbeauftragten des Landes NRW, der in Köln seinen Sitz hat, dessen Rolle und Aufgaben diskutieren.

Am zweiten Tag standen Besuche von drei zivilgesellschaftlichen Einrichtungen auf dem Programm, die in Köln eine zentrale Rolle in der Gewaltprävention und Resozialisierung spielen. Dort machte sich Delegation mit den verschiedenen Aufgaben und Rahmenbedingungen dieser Einrichtungen vertraut. So wurden im Gespräch mit dem Verein Brücke Köln e.V. u.a. die Vielzahl von ambulanten Maßnahmen vorgestellt, die in unterschiedlichen Einsatzstellen in Köln durchgeführt werden. Ziel der Einrichtung, die als Schnittstelle zwischen der Stadt Köln und der Justiz fungiert, ist die Arrestvermeidung von Jugendlichen. Ein Ziel, das auch in Kosovo immer mehr in den Fokus rückt.

Die Vorstellung des Heimkonzepts stand sodann beim Förderverein Bewährungshilfe Köln e.V. im Mittelpunkt. Der Förderverein betreibt eine Unterkunft in Köln. Dort werden spezielle Angebote für die Bewohner gemacht, um sie mit Unterstützung eines pädagogischen Teams an ein deliktfreies und selbstständiges Leben heranzuführen.

Als Abschluss der Reise hatte die Delegation die Möglichkeit, sich ein Bild von der Arbeit des Vereins 180 Grad Wende zu machen. Im Rahmen eines beindruckenden Konzepts werden dort sowohl in der Gewaltprävention als auch in der Zusammenarbeit mit Inhaftierten Perspektiven für ein gewaltfreies Leben entwickelt.

Begleitet wurde die Delegation von Richter a.D. Michael Klein, der selbst viele Jahrzehnte als Jugendrichter am Amtsgericht Köln tätig war und dem Thema auch nach seiner aktiven Zeit als Richter weiterhin ehrenamtlich verbunden ist.