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Seminar „Berufliche, handwerkliche und künstlerische Ausbildung von Inhaftierten“ in Rabat

Veröffentlicht: Samstag, 12. Mai 2018
Projektbereichsleiter der IRZ, Mohamed Montasser Abidi; Botschafter Dr. Götz Schmidt-Bremme; Generalsekretär Younes Jabrane und Hassan Hmina, DGAPR (v.l.n.r.)
Projektbereichsleiter der IRZ, Mohamed Montasser Abidi; Botschafter Dr. Götz Schmidt-Bremme; Generalsekretär Younes Jabrane und Hassan Hmina, DGAPR (v.l.n.r.)

Am 10. und 11. Mai 2018 veranstaltete die IRZ gemeinsam mit der Generaldirektion für Strafvollzug und Resozialisierung (DGAPR) in Rabat, Marokko, das Seminar „Berufliche, handwerkliche und künstlerische Ausbildung von Inhaftierten“. Die Veranstaltung fand im Rahmen des Projektes „Zusammenarbeit mit dem Königreich Marokko auf dem Gebiet des Strafvollzugs“ statt, welches die IRZ im Zeitraum 2017 bis 2019 umsetzt. Das Projekt wird durch das Auswärtige Amt im Rahmen der Transformationspartnerschaft mit Nordafrika / dem Nahen Osten finanziert.

Das Seminar diente zur Fortbildung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu Möglichkeiten der Aus- und Weiterbildung der Inhaftierten für deren erfolgreiche Resozialisierung. In einem ersten Schritt wurden dabei die Mechanismen zur Bedarfsfeststellung von Aus- und Weiterbildung, wie die Klassifizierung und Diagnostik von Gefangenen, vorgestellt. Anschließend ging es um die Ausbildungsmöglichkeiten, die Arbeitssituation selbst sowie die Qualifizierung von Inhaftierten. Des Weiteren beschäftigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit den lokalen Besonderheiten bei der Ausbildung, der Zusammenarbeit insbesondere mit der Privatwirtschaft sowie der Einbindung externer Akteure beispielsweise bei der Anerkennung von Abschlüssen.

Der Generalsekretär der DGAPR, Younes Jabrane, und der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Marokko, Dr. Götz Schmidt-Bremme, eröffneten die Veranstaltung. Als deutsche Expertinnen nahmen für die IRZ Katja Adolph, Leiterin Beschäftigung und Qualifizierung der Jugendstrafanstalt Berlin, und Mirjam Drechsel, Leiterin Beschäftigung und Qualifizierung der Justizvollzugsanstalt für Frauen Berlin, teil. Das Auswärtige Amt war neben dem Botschafter auch durch Antje Gade, Leiterin des Rechts- und Konsularreferates der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland, vertreten.

Der Staat Marokko reagiert seit einigen Jahren auf die Herausforderungen im Strafvollzugswesen und führt ernsthafte Reformen auf diesem Gebiet durch. Seit der Gründung der ersten Ausbildungsbetriebe vor fünf Jahren konnten bereits 56 Ausbildungsbetriebe errichtet werden, weitere sind in Planung. Die Zahl der Inhaftierten, die die Ausbildungsangebote nutzen, stieg seitdem von 5.000 auf mittlerweile 9.000.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminars zeigten reges Interesse an den diskutierten Inhalten, was sich in zahlreichen Rückfragen sowie Rückmeldungen zur marokkanischen Situation widerspiegelte. Das Projekt wird durch eine Studienreise nach Berlin zum selben Thema im Juni 2018 fortgesetzt.