Prof. Dr. Ahmed Belhouss, Institut für Rechtsmedizin Marokko; Dr. Michael Klintschar, Medizinische Hochschule Hannover; Zakaria Arousi, Staatsanwaltschaft Marokko (v.l.n.r.)
Prof. Dr. Ahmed Belhouss, Institut für Rechtsmedizin Marokko; Dr. Michael Klintschar, Medizinische Hochschule Hannover; Zakaria Arousi, Staatsanwaltschaft Marokko (v.l.n.r.)
Marokko

Am 28. November 2018 fand in Rabat ein Expertengespräch mit der Teilnahme der marokkanischen Staatsanwaltschaft und des marokkanischen Instituts für Rechtsmedizin (SMML) zum Thema „Einarbeitung und Entwicklung einer Berufsordnung für Rechtmediziner“ statt.

Die Veranstaltung ist Teil eines dreijährigen Projekts, das die IRZ gemeinsam mit dem Institut für Rechtsmedizin der Charité – Universitätsmedizin Berlin durchführt und das vom Auswärtigen Amt im Rahmen der Transformationspartnerschaften mit Nordafrika/ dem Nahen Osten im Zeitraum 2017-2019 gefördert wird.

Das Ziel ist die Förderung einer unabhängigen Rechtsmedizin in Marokko durch Aus- und Weiterbildung der Rechtsmedizinerinnen und Rechtsmediziner und eine Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Justiz und Rechtsmedizin durch die Weiterbildung von Richterinnen und Richtern sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälten zu rechtsmedizinischen Themen.

Dieses Expertengespräch war eine eintägige Vertiefungsveranstaltung, zu der ausgewählte marokkanische Rechtsmedizinerinnen und Rechtsmediziner sowie Staatsanwälte eingeladen waren.
Das Hauptdiskussionsthema in der Runde war der aktuelle Gesetzentwurf zur Berufsordnung für Rechtsmedizinerinnen und Rechtsmediziner in Marokko, der im nächsten Jahr verabschiedet werden soll.

  • Während des Fachgesprächs lag der Schwerpunkt besonders auf folgenden Themen:
  • Aufgaben, Rechte und Pflichten in der Rechtsmedizin,
  • Zulassung der Rechtsmedizinerinnen und Rechtsmediziner,
  • Vorgaben für die Obduktion und Erstellung von Gutachten,
  • Haftung und strafrechtliche Maßnahmen sowie
  • Regelungen für Allgemeinmedizinerinnen und Allgemeinmediziner, die in der Rechtsmedizin tätig sind.

Darüber hinaus wurden die neuen Ansätze zur Aus- und Weiterbildung in der Rechtsmedizin diskutiert, die sich auch an Allgemeinmedizinerinnen und Allgemeinmediziner richten. Konkret ging es um die Schaffung neuer rechtsmedizinischer Zentren, in denen geschulte Allgemeinärzte einfache rechtsmedizinische Aufgaben übernehmen sollen.

Im Auftrag der IRZ nahmen folgende Experten teil:

  • Prof. Dr. Michael Klintschar, Direktor des Instituts für Rechtsmedizin, Medizinische Hochschule Hannover,
  • Prof. Dr. Ahmed Belhouss, Direktor des Instituts für Rechtsmedizin Marokko, sowie
  • Zakaria Arousi, Abteilungsleiter für strafrechtliche Maßnahmen und justizielle Angelegenheiten, Staatsanwaltschaft Marokko.

Im Rahmen des Fachgesprächs gab es einen regen Erfahrungsaustausch mit lebhaften Diskussionen. Die marokkanischen Partner brachten zum Ausdruck, dass sie an weiteren Fachgesprächen dieser Art interessiert sind. Thematisch ist ein Treffen zur Umsetzung des geplanten Gesetzes zur Berufsordnung angedacht.