Teilnehmer der Studienreise vor dem Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz
Teilnehmer der Studienreise vor dem Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz
Marokko

Vom 18. bis 22. März 2019 empfing die IRZ in Berlin zehn Staatsanwälte aus verschiedenen Regionen Marokkos zu einem Studienbesuch zum Thema „Wege zu einer erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen Justiz und Rechtsmedizin“.

Zum Auftakt wurde die Delegation im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz empfangen. Nach einer kurzen Einführung zu Aufbau und Organisation des Ministeriums konnten sich die marokkanischen Gäste ausführlich zur Rolle rechtsmedizinischer Gutachten im Strafverfahren und die in diesem Rahmen relevanten strafprozessualen Grundlagen informieren. Besprochen wurde dabei auch das Verhältnis zwischen Justiz und Rechtsmedizin, insbesondere die Bedeutung der Unabhängigkeit der oder des Sachverständigen.

Im Institut für Rechtsmedizin der Charité Berlin stellte deren stellvertretender Institutsleiter, Lars Oesterhelweg, die vielfältigen Aufgabenfelder der Rechtsmedizin dar und gab den Teilnehmern einen Einblick zum derzeitigen Stand der Rechtsmedizin in Deutschland. Im Anschluss besuchten die Teilnehmer den Sektionssaal, die Abteilung für toxikologische Untersuchungen und die Gewaltschutzambulanz im Institut für Rechtsmedizin.

Weitere Stationen des Studienbesuchs waren die Staatsanwaltschaft Berlin und das LKA Berlin. Oberstaatsanwalt Ralph Knispel konnte durch seine langjährige Erfahrung im Bereich der Verfolgung von Tötungsdelikten auf viele Fragen bezüglich der Zusammenarbeit der Staatsanwaltschaft mit der Kriminalpolizei und der Rechtsmedizin eingehen. Es fand ein reger Austausch zu den verschiedenen Herausforderungen statt, die in Deutschland und Marokko auf diesem Gebiet bestehen. Kriminalhauptkommissar Guido Sündermann machte den praktischen Ablauf der Zusammenarbeit anhand eines Beispiels deutlich. Er erklärte in welchen Fällen in Deutschland eine Rechtsmedizinerin oder ein Rechtsmediziner zum Tatort gerufen wird und inwieweit sich die Untersuchungen von Polizei und Rechtsmedizin voneinander abgrenzen.

Die Studienreise der marokkanischen Delegation fand im Rahmen des Projekts „Zusammenarbeit mit dem Königreich Marokko auf dem Gebiet der Rechtsmedizin unter besonderer Berücksichtigung der Belange der dortigen Justiz“ statt, das die IRZ im Zeitraum von 2017 bis 2019 im Rahmen der Projektförderung des Auswärtigen Amtes (Transformationspartnerschaften mit Nordafrika/ dem Nahen Osten) umsetzt. Im Juni 2019 findet die nächste Studienreise zu diesem Thema statt.