Seminar „Management des Strafvollzugspersonals der DGAPR“ in Tanger

Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie Referentinnen und Referenten des Seminars in Tanger
Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie Referentinnen und Referenten des Seminars in Tanger
Marokko

Vom 12. bis 14. November 2019 organisierte die IRZ in Kooperation mit der Generaldirektion für Strafvollzug und Resozialisierung (DGAPR) ein dreitägiges Seminar in Tanger zum Thema „Management des Strafvollzugspersonals der DGAPR“. Die Veranstaltung ist Teil des vom Auswärtigen Amt geförderten Projekts „Zusammenarbeit mit dem Königreich Marokko auf dem Gebiet des Strafvollzugs“, das die IRZ seit 2017 und noch bis Dezember 2020 umsetzt.

Ziel des Seminars ist die Verbesserung der Personalentwicklung und Personalführung in den Strafvollzugsanstalten durch die Vermittlung von modernen Führungsmethoden sowie Motivations- und Aufwertungssystemen für die Vollzugsbediensteten. In dieser Komponente des Projekts hatte bereits im April dieses Jahres ein Seminar in Fez stattgefunden.

Als IRZ-Expertinnen nahmen auch dieses Mal wieder Nadine Franasik, Leiterin der Abteilung Gesundheitsorientiertes Personalmanagement in der Jugendstrafanstalt Berlin, und Kathrin Braun, Referentin in der Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung, teil. Die Vertreter der DGAPR stellten die bisherigen marokkanischen Entwicklungen auf dem Gebiet des Personalmanagements vor.

Im Rahmen des Seminars fand ein reger Erfahrungsaustausch mit lebhaften Diskussionen zu folgenden Themen statt:

  • Umsetzung internationaler Standards bei der Ausbildung von Vollzugspersonal
  • Rekrutierungskriterien und Anforderungsprofile für Fachpersonal (u.a. Psychologinnen und Psychologen, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter)
  • Berufliche Risiken im Strafvollzugsalltag
  • Personalentwicklung und Personalführung in den Strafvollzugsanstalten
  • Good Governance im Gesundheitsmanagement – Unterstützungsleistungen für das Strafvollzugspersonal und die Inhaftierten
  • Personalmarketing und Imagekampagne „Arbeitsplatz Gefängnis“
Die erfolgreiche Zusammenarbeit zu dieser Komponente wird im nächsten Jahr fortgesetzt. Als Endergebnis will die IRZ gemeinsam mit dem marokkanischen Partner Handlungsempfehlungen zu modernen Methoden der Personalführung im Strafvollzug entwickeln.

Seminar zu den menschenrechtlichen Standards im Strafvollzug in Tétouan

Während des Seminars
Während des Seminars
Marokko

In Kooperation mit der Generaldirektion für Strafvollzug und Resozialisierung (DGAPR) veranstaltete die IRZ am 23. und 24. Oktober 2019 das Seminar „Menschenwürdige Behandlung von Inhaftierten“ im marokkanischen Tétouan, Marokko. Das Seminar ist Teil des vom Auswärtigen Amt geförderten Projekts „Zusammenarbeit mit dem Königreich Marokko auf dem Gebiet des Strafvollzugs“, das die IRZ seit 2017 und noch bis 2020 umsetzt.

IRZ-Experten dieser Veranstaltung waren Stefan Tydecks, Psychologe in der Einweisungsabteilung bei der Justizvollzugsanstalt Moabit (Berlin), und Michael Weise, Leiter des Allgemeinen Vollzugsdienstes in der Justizvollzugsanstalt Tegel (Berlin).

Das Seminar konzentrierte sich auf vier wesentliche Standards im Hinblick auf die Wahrung menschenrechtlicher Standards im Strafvollzug:

  1. Ein menschenwürdiger Strafvollzug ermöglicht die Resozialisierung der Inhaftierten mit Hilfe von Aus- und Weiterbildungs- sowie Freizeitangeboten.
  2. Das Personal im Strafvollzug wird so geschult, dass es auch in Stresssituationen adäquat reagieren und die Sicherheit in der Anstalt wahren kann.
  3. Die Inhaftierten müssen den internationalen und nationalen menschenrechtlichen Vorschriften folgend über ihre Rechten, Pflichten und sozialen Kompetenzen bei der Gestaltung des Vollzugs informiert werden. Dies erfolgt während der Erstaufnahmegespräche sowie über die Herausgabe von speziell gedruckten Heften.
  4. Zur Förderung der Selbständigkeit und Mitwirkungsbereitschaft sollen die Inhaftierten in ihre jeweiligen Behandlungsmaßnahmen einbezogen werden.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminars zeigten besonders großes Interesse an der Gestaltung des offenen Vollzugs in Deutschland und daran, dass Inhaftierte aller Klassifizierungsstufen an Resozialisierungsmaßnahmen teilnehmen können. Diese Themen werden in die für 2020 geplanten Seminare aufgenommen und vertiefend behandelt werden.

Auch die Ergebnisse dieses Seminars fließen in das Handbuch zu den Rechten und Pflichten von Inhaftierten in einem menschenwürdigen Strafvollzug ein, das im Rahmen des oben genannten Projekts zusammengestellt wird.

Seminar „Einführung in die Toxikologie“ in Tanger

Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit den Referenten des Seminars in Tanger
Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit den Referenten des Seminars in Tanger
Marokko

Am 7. und 8. November 2019 organisierte die IRZ in Kooperation mit der marokkanischen Staatsanwaltschaft mit Veranstaltung „Einführung in die Toxikologie“ in Tanger das letzte Seminar im Rahmen des Projekts „Zusammenarbeit mit dem Königreich Marokko auf dem Gebiet der Rechtsmedizin unter besonderer Berücksichtigung der Belange der dortigen Justiz“. Dieses Projekt setzt die IRZ seit 2017 bis Ende dieses Jahres im Rahmen der Projektförderung des Auswärtigen Amts (Transformationspartnerschaften mit Nordafrika/ dem Nahen Osten) um.

Ziel des Seminars war es, den marokkanischen Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeiten der Toxikologie im Rahmen ihrer Ermittlungsarbeit aufzuzeigen. An der Veranstaltung nahmen rund 30 Staatsanwältinnen und Staatsanwälte, Richterinnen und Richter sowie Rechtsmedizinerinnen und Rechtsmediziner teil, die sich über die Grundlagen der Arbeit in toxikologischen Laboren informierten.

Experte für die IRZ war Privatdozent Dr. Sven Hartwig, Oberarzt und Abteilungsleiter Forensische Toxikologie am Institut für Rechtsmedizin der Charité Berlin. Von marokkanischer Seite stellten Vertreter der Sûreté Nationale und der Gendarmerie Royale die marokkanische Erfahrung auf dem Gebiet der Toxikologie vor. Im Seminar wurden u.a. folgende Themen diskutiert:

  • Einführung in die Forensische Toxikologie
  • Systematische toxikologische Untersuchungen bei ausgewählten Sterbefällen
  • Vergiftungen mit Kohlenstoffmonoxid
  • Vor- und Nachteile der Haaranalytik
Anhand spezifischer Fallbeispiele diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer darüber hinaus die Bedeutung und Methoden toxikologischer Untersuchungen bei der Aufklärung von Todesfällen. In den lebhaften Diskussionsrunden gingen sie auf die aktuellen Probleme in der Zusammenarbeit zwischen Rechtsmedizin, Toxikologie und Staatsanwaltschaft ein, insbesondere auf die noch unzureichende Kommunikation aller Beteiligten während der Ermittlungsverfahren.