Die Moderatorin der Podiumsdiskussion, Prof. Dr. Maja Kostic Mandic, Vizepräsidentin der Juristenvereinigung
Die Moderatorin der Podiumsdiskussion, Prof. Dr. Maja Kostic Mandic, Vizepräsidentin der Juristenvereinigung
Montenegro

Am 21. November 2019 veranstaltete die IRZ gemeinsam mit der montenegrinischen Juristenvereinigung die Podiumsdiskussion „Anforderungen an die Juristen im 21. Jahrhundert“ in der Hauptstadt Podgorica. An ihr nahmen Vertreterinnen und Vertreter des Justizministeriums, verschiedenster juristischer Berufsstände, der Rechtswissenschaft sowie Studierende teil. Auch der Generaldirektor für zivilrechtliche Gesetzgebung im Justizministerium Montenegro, Ibrahim Smailović, beteiligte sich aktiv an der lebhaften Diskussion.

Die Veranstaltung hatte zum Ziel, anhand der Entwicklung in Deutschland Prognosen für den juristischen Bereich in Montenegro zu stellen und daraus Handlungsempfehlungen abzuleiten. Deshalb wurde die allgemeine Diskussion mit den Erfahrungsberichten vier deutscher Experten eingeleitet. Die Moderation der Podiumsdiskussion übernahm Prof. Dr. Maja Kostic Mandic, Vizepräsidentin der Juristenvereinigung.

Die Referenten und ihre Themen

Winfried Schubert, früher Präsident des Landesverfassungsgerichts Sachsen-Anhalt und des Oberlandesgerichts Naumburg, sprach über die für den Richterberuf erforderlichen Soft Skills.

Michael Haußner, früher Justizstaatssekretär und Generalstaatsanwalt in Thüringen und später ständiger Berater des montenegrinischen Justizministers, stellte die Anforderungen an die juristische Ausbildung in den Mittelpunkt seiner Ausführungen.

Harald Walther, Direktor des Amtsgerichts und früher Richter am Verwaltungsgericht sowie Lehrbeauftragter für das Fach Mediation an der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer und selbst Mediator, behandelte die zunehmende Bedeutung einer alternativen Streitbeilegung.

Dr. Stefan Pürner, Rechtsanwalt und Bereichsleiter Südosteuropa I bei der IRZ, berichtete von den wesentlichsten Veränderungen im Bereich der Anwaltschaft seit seiner eigenen Anwaltszulassung im Jahr 1992.

Entsprechend dieses breiten Themenspektrums berührte auch die anschließende Diskussion viele juristische Themen. Besonders intensiv war die Diskussion in Bezug auf die Auswirkungen von Legal Tech auf die zukünftige juristische Ausbildung und Praxis. Alle waren sich einig, dass die juristische Ausbildung umfassend sein und insbesondere die Fähigkeit schulen müsse, sich in neue Themenfelder und Aufgaben einzuarbeiten. Gerade weil man nicht wisse, wie sich Legal Tech weiterentwickle, müsste die neue Generation der Juristinnen und Juristen bestens auf die Zukunft vorbereitet werden.

Wie schon bei den vorangegangenen Veranstaltungen der Juristenvereinigung und der IRZ (z.B. Vortrag in Podgorica zur Ausbildung von Juristinnen und Juristen in Deutschland) war das Medieninteresse an der Veranstaltung groß. Mehrere montenegrinische Tageszeitungen und der staatliche Fernsehsender RTV CG berichteten.

Moldova