Herbstakademie für Studierende aus den Ländern der östlichen Partnerschaft und Russland in Bonn

Teilnehmer/innen der Herbstakademie beim Besuch der DHL
Teilnehmer/innen der Herbstakademie beim Besuch der DHL
Multilateral

Vom 27. Oktober bis 3. November 2018 lud die IRZ in einer Partnerschaft mit der Universität Lemberg und finanziert durch das Auswärtige Amt 21 Studentinnen und Studenten bzw. Berufsanfängerinnen und Berufsanfänger aus 7 Ländern zu einer Herbstakademie in Bonn ein.

Voraussetzung zur Teilnahme an der Akademie waren hervorragende Deutschkenntnisse. Darüber hinaus hatte man darauf geachtet, dass die Studierenden bereits erste Kenntnisse vom Deutschen Recht hatten. So hatte eine Vielzahl der Personen bereits an der jährlichen „IRZ-Sommerschule Deutsches Recht“ in Bonn [LINK] teilgenommen.

Während eines siebentägigen Arbeitsprogramms konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vertiefende Vorträge ins deutsche Recht hören. Rechtsanwältinnen, Rechtsanwälte, Richter, ein wissenschaftlicher Mitarbeiter und eine wissenschaftliche Mitarbeiterin sowie eine Professorin hielten Vorträge zu den Themen:

  • EU-Recht,
  • Verfahren vor dem EGMR,
  • Internationales Privatrecht,
  • IT-Strafrecht,
  • Handels- und Personengesellschaftsrecht, 
  • Recht der Körperschaften, 
  • Schiedsgerichtsbarkeit, 
  • Steuerrecht, 
  • Recht der erneuerbaren Energien sowie
  • Insolvenzrecht.

Zudem erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Informationen über die internationale Verbandstätigkeit, und ein Rechtsanwalt berichtete von seiner Tätigkeit als Langzeitberater der IRZ innerhalb eines EU Technical-Assistance Projektes. Auch Besuche beim Bundeskartellamt und der Zentrale der DHL in Bonn fanden statt.

Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigten ein großes Interesse und Engagement. Sie stellten viele Fragen während der Diskussionsrunden, und zum Ende der Veranstaltung nahmen sie an einem Abschlusstest in deutscher Sprache teil.

Ein wichtiger Baustein dieser Maßnahme war von Anfang an, dass sich die teilnehmenden Personen untereinander vernetzen, um sich zukünftig professionell austauschen zu können. Tatsächlich konnte auch dieses wichtige Ziel erreicht werden, ein erstes Indiz dafür ist ein Eintrag bei Facebook.

Achte „IRZ-Sommerschule Deutsches Recht“ in Bonn

Teilnehmerinnen und Teilnehmer der achten „IRZ-Sommerschule Deutsches Recht“
Teilnehmerinnen und Teilnehmer der achten „IRZ-Sommerschule Deutsches Recht“
Multilateral

Bereits zum achten Mal führte die IRZ ihre „Sommerschule Deutsches Recht“ durch, die in der Zeit vom 8. bis 14. Juli 2018 in Bonn stattfand. Auch in diesem Jahr waren wieder elf IRZ-Partnerstaaten beteiligt: Albanien, Armenien, Aserbaidschan, Bosnien, Georgien, Kasachstan, Kosovo, Russland, Serbien, Tunesien und die Ukraine. Kasachstan und Tunesien waren erstmals vertreten.

Wie berichtet bringt die Sommerschule, die ursprünglich als Ergänzung zum deutschsprachigen Begleitstudium zur Einführung in das Deutsche Recht an der Ivan-Franko-Universität Lemberg/Lviv (Westukraine) konzipiert wurde, regelmäßig Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus zahlreichen Partnerstaaten der IRZ zusammen und erfreut sich jedes Jahr einer wachsender Nachfrage. Unabdingbar für eine Teilnahme sind sehr gute Deutschkenntnisse.

Die diesjährige Sommerschule begann mit Vorlesungen zum Grundrechtsschutz, die sich mit der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts und des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte sowie mit der Europäischen Menschenrechtskonvention beschäftigten.

Weitere Vorlesungen gab es zu folgenden Rechtsgebieten:

  • Zivilrecht,
  • Gesellschaftsrecht,
  • Insolvenzrecht,
  • Schiedsgerichtsbarkeit,
  • Europäisches Zivil- und Wirtschaftsrecht,
  • Straf- und Strafprozessrecht sowie
  • Anwaltsrecht.

Auch die Methodenlehre wurde behandelt. Wie jedes Jahr besuchten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Sommerschule Verhandlungen einer Zivil- und Strafkammer beim Landgericht Bonn. Sie führten außerdem Gespräche an der Universität Bonn, um sich über Studienmöglichkeiten für ausländische Studierende und Postgraduierte zu erkundigen.

Konzipiert ist die Sommerschule vornehmlich für einen Teilnehmerkreis von Studierenden sowie Berufsanfängerinnen und Berufsanfängern in juristischen Berufen.

Die IRZ beabsichtigt, die gute Tradition der IRZ-Sommerschule auch aufgrund der großen und positiven Resonanz in den kommenden Jahren fortzuführen und damit weiterhin den juristischen Nachwuchs in den IRZ-Partnerstaaten zu fördern.

Zweites Seminar „Einführung in das deutsche Recht“ für arabischsprachige Geflüchtete mit juristischem Hintergrund in Bonn

Veronika Keller-Engels (Mitte), IRZ-Hauptgeschäftsführerin, und Mohamed Montasser Abidi (links), Leiter des Projektbereichs Nordafrika/Nahost, begrüßen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminars
Veronika Keller-Engels (Mitte), IRZ-Hauptgeschäftsführerin, und Mohamed Montasser Abidi (links), Leiter des Projektbereichs Nordafrika/Nahost, begrüßen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminars

Aufbauend auf der ersten positiven Erfahrung aus dem letzten Jahr, veranstaltete die IRZ in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) am 10. und 11. Oktober 2017 ein zweites Seminar für arabischsprachige Geflüchtete mit juristischem Hintergrund zum Thema „Einführung in das deutsche Recht“ in Bonn.

Ziel der Vertiefungsveranstaltung war es, den Aufenthalt der arabischsprachigen Geflüchteten in Deutschland zu gestalten und ihre Integration zu erleichtern. Hierzu organisierte die IRZ eine Einführung in das deutsche Recht und die Grundlagen des Asylsystems in Deutschland.

Die eingeladene Gruppe bestand aus zum Teil sehr erfahrenen syrischen und irakischen Richtern, Rechtsanwälten, Juristen und Beamten sowie Jungabsolventen der Rechtswissenschaften.

Die IRZ wurde durch die erfahrenen Referenten Uwe Stark, Richter am Amtsgericht Siegen, Dr. Arnd Weishaupt, Vorsitzender Richter am OLG Düsseldorf, und Jens Dieckmann, Rechtsanwalt für Asyl- und Strafrecht von der Kanzlei Becher & Dieckmann, unterstützt.

Am ersten Tag des Seminars wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von der IRZ-Hauptgeschäftsführerin Veronika Keller-Engels und dem Leiter des Projektbereichs Nordafrika/Nahost, Mohamed Montasser Abidi, begrüßt.

Auf der zweitägigen Veranstaltung befassten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit den Grundfragen des Aufenthalts von Flüchtlingen in Deutschland. Zur Sprache kamen dabei das politische Asyl, der subsidiäre Status, die Duldung, die Ausreise und der Familiennachzug sowie die allgemeinen Verfahrensfragen.

Weitere Fragen, die thematisiert wurden, waren:

  • die Grundlagen des deutschen Verfassungsrechts und die Bedeutung der Grundrechte,
  • der Gerichtsaufbau in Deutschland mit seinen allgemeinen Strukturen und Verfahrensgrundsätzen sowie
  • die Grundzüge des allgemeinen Zivilrechts, des Sozialrechts und des deutschen Strafrechts.

Besonders wichtig war es den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Seminars, sich über die Möglichkeiten einer juristischen Tätigkeit in Deutschland zu informieren.

Wie im Vorjahr stieß die Veranstaltung bei allen Beteiligten auf sehr positive Resonanz. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren sehr interessiert und engagiert und konnten viele praktische Fragen aus ihrem Alltag diskutieren.

Aufgrund der durchweg positiven Rückmeldungen wird die IRZ das Projekt fortsetzen und vertiefen.