Während des Seminars
Während des Seminars
Multilateral

Vom 6. bis 11. Oktober 2019 bot die IRZ erstmals ein Hospitationsprogramm in französischer Sprache für Rechtsanwenderinnen und Rechtsanwender aus dem Maghreb an. Das Einführungsseminar zum deutschen Zivil-, Verwaltungs-, Anwalts- und Notarrecht richtete sich an Richterinnen und Richter von Zivil- und Verwaltungsgerichten, Notarinnen und Notare sowie Anwältinnen und Anwälte aus Algerien, Marokko und Tunesien. An der Veranstaltung in Hammamet, Tunesien, nahmen insgesamt 30 Personen aus den drei Ländern teil.

Von deutscher Seite wurde das Seminar durch folgende Expertinnen und Experten begleitet:

  • Dr. Sabine Schönknecht, Richterin am Oberlandesgericht Dresden,
  • Dr. Hanns Christian John, Richter am Oberlandesverwaltungsgericht Sachsen, und
  • Dr. Torsten Jäger, Notar in Landstuhl, Rheinland-Pfalz.

Nach einer generellen Einführung in das deutsche Privatrecht und die Gerichtsorganisation sowie die gerichtliche Selbstverwaltung in der Bundesrepublik diskutierten die verschiedenen Berufsgruppen u.a. folgende Themen:

  • Zivil- und Verwaltungsverfahren in Deutschland,
  • Verfahren in erster Instanz und Berufungsverfahren,
  • Einführung in das deutsche Verwaltungsrecht (einschließlich besonderer Regelungen),
  • Einführung in das deutsche Notarrecht - Verfahrensregeln, Ethik, Notarvergütung, Berufs- und Tätigkeitszugang
  • Einführung in das deutsche Immobilienrecht sowie
  • Einführung in das Erbrecht und das deutsche Ehegüterrecht einschließlich des einschlägigen europäischen internationalen Privatrechts.

Die Diskussionen wurden äußerst lebhaft geführt, und die Teilnehmenden zeigten sich sehr interessiert daran, das deutsche System kennenzulernen. Der interregionale Ansatz bot den Teilnehmenden außerdem die Möglichkeit, sich zu vernetzen sowie sich über die Verfahrensansätze in den Nachbarländern auszutauschen und Anregungen für die jeweils anstehenden Reformen zu sammeln.

In einer zweiten Phase des Programms sollen im kommenden Jahr jeweils drei Vertreterinnen und Vertreter der Berufsgruppen die Möglichkeit bekommen, an deutschen Gerichten bzw. in Anwalts- und Notarkanzleien zu hospitieren und das gesammelte Wissen auch in der Praxis kennenzulernen.