Die Delegation der algerischen Strafvollzugsbehörde beim Austausch mit den deutschen Experten
Die Delegation der algerischen Strafvollzugsbehörde beim Austausch mit den deutschen Experten

Am 8. April 2018 fand in Algier das erste Treffen der Reformkommission für den algerischen Strafvollzug statt. Die Kommission wurde im Dezember 2017 im Rahmen des IRZ-Projektes zur Unterstützung der Reformen im algerischen Strafvollzug gegründet. Das Projekt wird in den Jahren 2017 bis 2019 durch das Auswärtige Amt (AA) sowie das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) gefördert.

Ziel des Treffens war die Planung und Ausgestaltung des weiteren Projektverlaufs. Von algerischer Seite wird das Projekt vom Direktor der Strafvollzugsbehörde, Mokhtar Felioune, betreut. Für die IRZ nahmen Dr. Stefan Cassone und Andreas Illerhaus vom Justizministerium des Landes Nordrhein-Westfalen sowie Kai Abraham von der Berliner Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung teil.

Als Schwerpunktthemen bestimmten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Themenkomplexe Resozialisierung von Inhaftierten sowie die Einbindung externer Akteure in den Resozialisierungsprozess. Vor diesem Hintergrund sieht das Projekt die Gründung von vier Arbeitsgruppen vor, die praxisnahe Empfehlungen für folgende Bereiche erarbeiten sollen:

  • Menschenwürdige Behandlung von Inhaftierten,
  • Erstellung individueller Vollzugspläne und Klassifizierung der Inhaftierten sowie
  • Zusammenarbeit mit Verbänden und zivilgesellschaftlichen Akteuren.

Gewünscht wurde von algerischer Seite zudem die Aus- und Fortbildung des Personals im Strafvollzug als weiteren Schwerpunkt miteinzubeziehen.

Die Zusammenarbeit in den Arbeitsgruppen soll eine möglichst bedarfsorientierte Ausführung des Projektes gewährleisten. So sollen sich die Experten am tatsächlichen Reformbedarf in Algerien ausrichten und zielorientierte Empfehlungen erarbeiten. Am Ende des Projektes sollen ein Handbuch und Empfehlungen für das Personal des algerischen Strafvollzugs ausgearbeitet sein.

Die algerische Seite zeigte sich äußerst interessiert an einem Austausch mit dem deutschen Strafvollzugswesen und scheint die bereits eingeleiteten Reformen weiterhin sehr ernsthaft zu verfolgen. Die nächste Veranstaltung im Rahmen des Projektes ist im Mai 2018 in Algier geplant.