Besuch der JVA für Resozialisierung in Blida
Besuch der JVA für Resozialisierung in Blida

Am 7. und 8. Mai 2018 fand in Algier das erste Arbeitsgruppentreffen im Rahmen des IRZ-Projekts zur Unterstützung der Reformen im algerischen Strafvollzug statt. Im Mittelpunkt standen die Themen „Menschenwürdige Behandlung von Inhaftierten bei der Aufnahme“ und „Individueller Vollzugsplan und Klassifizierung“. Das Projekt wird in den Jahren 2017 bis 2019 durch das Auswärtige Amt sowie das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz gefördert.

Um die Durchführung des Projekts möglichst praxis- und bedarfsorientiert zu gewährleisten, wurde die Gründung von vier Arbeitsgruppen beschlossen. Diese sollen im Laufe des Projekts Handbücher und Empfehlungen für den algerischen Strafvollzug entwickeln.

Am ersten Tag besuchten die Mitglieder der Arbeitsgruppen zwei Justizvollzugsanstalten und erhielten Einblick in den geschlossenen Frauen- und Männervollzug sowie die medizinische Abteilung. Am zweiten Tag stand die Kleingruppenarbeit im Mittelpunkt. Beim Thema Einweisung wurde insbesondere die menschenwürdige Behandlung der Inhaftierten während des Aufnahmeprozesses diskutiert. Hierbei ging es vor allem um die Sammlung und administrative Erfassung sowie Bewertung von Gefangeneninformationen und die Rolle des ärztlichen und psychologischen Personals in diesem Zusammenhang. Beim Thema Klassifizierung der Inhaftierten standen das Thema Diagnostik und die damit verbundene Erstellung des Vollzugsplans im Fokus.

Als Experten von deutscher Seite begleiten die Arbeitsgruppen Dr. Stefan Cassone und Ralf Teschner aus dem nordrhein-westfälischen sowie Kai Abraham und Dr. Steffen Bieneck aus dem Berliner Justizvollzug.
Sowohl die algerischen als auch deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten die Inhalte rege und waren äußerst interessiert an dem vertieften Austausch. Das Projekt wird durch eine Studienreise nach Düsseldorf zu den gleichen Themen im Juli 2018 fortgesetzt.