Arbeitsgruppentreffen zu Strafvollzugsthemen in Algier
Arbeitsgruppentreffen zu Strafvollzugsthemen in Algier
Algerien

Am 12. und 13. Juni 2019 fand in Algier das dritte Arbeitsgruppentreffen zu den Themen „Zusammenarbeit mit externen Akteuren“ und „Ausbildung des Strafvollzugspersonals“ statt. Die IRZ organisierte die Veranstaltung im Rahmen eines Tandemprojekts, welches vom Auswärtigen Amt und dem Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz mit einer Laufzeit zwei Jahren bis Ende 2019 gefördert wird.

Die Zusammenarbeit in vier thematischen Arbeitsgruppen soll eine möglichst bedarfsorientierte Ausführung des Projekts gewährleisten. Im Zentrum dieses Treffens stand die Fortsetzung der Arbeit an Handlungsempfehlungen für den algerischen Strafvollzug. Diese Handlungsempfehlungen sind als Ergebnis des Projekts vorgesehen.

Von deutscher Seite begleiteten im Auftrag der IRZ folgende Expertin und Experten aus dem Justizvollzug Nordrhein-Westfalens und Berlins die Veranstaltung:

  • Kai Abraham, Referent in der Abteilung III der Berliner Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung,
  • Justizvollzugsamtsinspektor Alexander Gundlach, Dozent der Bildungsstätte Justizvollzug Berlin,
  • Andreas Illerhaus, Justizministerium des Landes Nordrhein-Westfalen, Abt. IV Justizvollzug – Referat IV B 3 Organisation u. Logistik Justizvollzug, sowie
  • Daniela Mlynek, Leiterin Beschäftigung und Qualifizierung, JVA Heidering in Berlin.

In der Arbeitsgruppe zum Thema „Zusammenarbeit mit externen Akteuren“ ging es während dieses dritten Treffens schwerpunktmäßig um die Kooperation mit Unternehmen. Die algerische Strafvollzugsbehörde ist daran interessiert, ihre Zusammenarbeit mit externen Unternehmen auszuweiten. Einerseits soll dies dem Ziel dienen, zusätzliche Arbeitsplätze für die Inhaftierten während ihrer Haftstrafe zu schaffen. Andererseits kann dies auch für die beruflichen Möglichkeiten der Inhaftierten nach der Haft wichtig sein und zu ihrer Resozialisierung beitragen. Darüber hinaus besprachen die Mitglieder der Arbeitsgruppe Sicherheitsfragen der Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Akteuren, z.B. die Belehrung und Überprüfung von Externen.

In der Arbeitsgruppe zur „Ausbildung des Strafvollzugspersonals“ präsentierten die Expertin und die Experten aus Nordrhein-Westfalen und Berlin zunächst die detaillierten Inhalte des Lehrplans für den deutschen Strafvollzug in den Bereichen Vollzugsaufgaben, Delinquenzentwicklung, Behandlung, Erziehung und Förderung, sowie Kommunikation und Konfliktmanagement. Der Lehrbereich Kommunikation und Konfliktmanagement stieß auf besonderes Interesse auf algerischer Seite, und man diskutierte gemeinsam, ob im algerischen Lehrplan für den Strafvollzug diese Dimension noch weiter ausgebaut werden sollte.

Insgesamt bewerteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Arbeitsatmosphäre als ausgesprochen gut und vertrauensvoll. Ebenso befanden sie das Treffen als sehr produktiv im Hinblick auf die Erstellung der Empfehlungen. Die beiden Arbeitsgruppen werden sich in diesem Jahr ein weiteres Mal in Algier treffen. Als Abschluss des Projekts ist für November 2019 eine Konferenz in Algier geplant.