Die algerische Delegation während des Besuchs der Justizvollzugsschule in Wuppertal
Die algerische Delegation während des Besuchs der Justizvollzugsschule in Wuppertal
Algerien

Vom 15. bis 19. Juli 2019 empfing die IRZ eine Delegation des algerischen Strafvollzugs zu Fachgesprächen in Düsseldorf. Die Reise fand im Rahmen eines Tandemprojekts zwischen dem Auswärtigen Amt und dem Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz statt, das die IRZ seit 2017 bis 2019 umsetzt.

Die Projektziele sind unter anderem:

  • die Förderung des Reformprozesses im algerischen Strafvollzugssystem im Einklang mit internationalen Standards,
  • die Humanisierung des Strafvollzugswesens in Algerien durch die Implementierung menschenrechtlicher Prinzipien und internationaler Standards im Strafvollzug sowie
  • die Unterstützung der Resozialisierung und der Wiedereingliederung der Gefangenen durch die Stärkung der Rolle der Zivilgesellschaft und weiterer Akteure im Resozialisierungsprozess.

Die letzte Studienreise in diesem Projekt fand jetzt zu den Themen „Zusammenarbeit mit externen Akteuren“ und „Aus- und Fortbildung des Strafvollzugspersonals“ statt.

Beim Fachgespräch im Ministerium der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen informierte sich die algerische Delegation über den Aufbau und die Organisation des Strafvollzugs in NRW. Sie diskutierten mit ihren Gastgebern die deutschen Erfahrungen vor allem bei folgenden Strafvollzugsthemen:

  • Sozialarbeit, 
  • Personalgewinnung,
  • Nachwuchswerbung,
  • Grundlagen des beruflichen Übergangsmanagements im Justizvollzug,
  • Bewährungshilfe und
  • freie Träger in der Straffälligenhilfe.

Während des Praxisteils besuchten die algerischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Justizvollzugsschule (JVS) in Wuppertal sowie die Justizvollzugsanstalt (JVA) Remscheid. Beim Treffen in der JVS ging es insbesondere um die schulischen Aus- und Fortbildungsangebote für das Strafvollzugspersonal. Während des Besuchs der JVA Remscheid standen die Zusammenarbeit mit externen Akteuren und die Besonderheiten des offenen Strafvollzugs in Deutschland im Mittelpunkt. Zudem hatten die algerischen Gäste die Möglichkeit, die Ausbildungsräume der Justizvollzugsschule sowie die Werkstätten, Arbeitstherapieangebote, Fortbildungsbereiche und Sportangebote für die Inhaftierten in der JVA Remscheid kennenzulernen. 

Die algerischen Teilenehmerinnen und Teilnehmer beteiligten sich an allen Gesprächen sehr aktiv, stellten viele Fragen und sprachen dabei auch sehr offen über die aktuellen Probleme des Strafvollzugs und die dafür vorgesehenen Umstrukturierungspläne in Algerien. 

Im Herbst wird unter der Teilnahme von deutschen Expertinnen und Experten ein abschließendes Treffen der beiden Arbeitsgruppen folgen. Als Ergebnis des Projekts ist ein von den Arbeitsgruppen erarbeitetes Handbuch für den algerischen Strafvollzug vorgesehen.