Die senegalesische Delegation bei Gesprächen im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz
Die senegalesische Delegation bei Gesprächen im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz
Senegal

Vom 11. bis 15. Juni 2019 empfing die IRZ eine interdisziplinäre Delegation aus dem Senegal zu Gesprächen in Berlin. Die Studienreise bildete den Auftakt der Zusammenarbeit der IRZ mit der senegalesischen Justiz, die durch Mittel des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) finanziert wird.

Die senegalesische Delegation setzte sich aus Vertreterinnen und Vertretern des Justizministeriums (Abteilung für Strafrecht und Begnadigungen), der Strafvollzugsbehörde sowie der Richterhochschule zusammen. Dementsprechend vielfältig war auch das Programm der Studienreise gestaltet. So wurde die Delegation zu Gesprächen im BMJV, bei der Berliner Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung sowie bei den Sozialen Diensten der Justiz, Gerichts- und Bewährungshilfe empfangen. Die Themen Richterausbildung und Richterfortbildung wurden während des Besuchs der Deutschen Richterakademie in Wustrau eingehender behandelt und Fragen bezüglich des deutschen Justizvollzugs durch die Besichtigungen der Justizvollzugsanstalten Moabit und Plötzensee veranschaulicht.

Im Senegal werden bereits seit einiger Zeit umfassende Reformen im Justizbereich umgesetzt. So wurden sowohl das Strafgesetzbuch als auch die Strafprozessordnung umfänglich überarbeitet und aktualisiert. Derzeit steht die Operationalisierung des Strafrechts im Mittelpunkt sowie die Anpassung und Harmonisierung der Gesetzestexte mit internationalen Abkommen.
Im Bereich Strafvollzug geht es insbesondere um die Entlastung der Justizvollzugsanstalten sowie die Verbesserung der Resozialisierung von Inhaftierten. Dementsprechend interessiert zeigten sich die senegalesischen Gäste an alternativen Konzepten wie dem Offenen Strafvollzug und an Themen wie Vollzugslockerung oder alternative Strafen.

Die IRZ wird die begonnene Kooperation mit den senegalesischen Partnern fortführen und intensivieren und insbesondere die Reformbemühungen im Bereich des Strafrechts und Strafvollzugs verstärkt unterstützen. In der zweiten Jahreshälfte soll mit diesem Ziel eine Veranstaltung im Senegal stattfinden.