Justizrat Richard Bock, Vizepräsident der BNotk; Srbislav Cvejiæ, Präsident der serbischen Notarkammer; Notar Dr. Lovro Tomašić; Matthias Schikorski, deutsche Botschaft 	Belgrad (v.r.n.l.)
Justizrat Richard Bock, Vizepräsident der BNotk; Srbislav Cvejiæ, Präsident der serbischen Notarkammer; Notar Dr. Lovro Tomašić; Matthias Schikorski, deutsche Botschaft Belgrad (v.r.n.l.)
Serbien

Am 13. und 14. November 2018 fand mit dem Titel „Grundverkehr und Verfahren der Eintragung in das Immobilienregister“ unter Beteiligung der Bundesnotarkammer (BNotK) die erste gemeinsame Veranstaltung der IRZ und der serbischen Notarkammer statt.

Eröffnet wurde die Veranstaltung u.a. durch den Präsidenten der serbischen Notarkammer, Srbislav Cvejić, und den Vizepräsidenten der BNotK, Justizrat Richard Bock, die beide die lange Zusammenarbeit ihrer Kammern betonten.

Außerdem machten sie deutlich, dass ein Erfahrungsaustausch zwischen Serbien und Deutschland in diesem Bereich besonders fruchtbar sei, da die Notariate in beiden Staaten große Ähnlichkeiten aufwiesen.

Für die deutsche Botschaft sprach deren Referent für politische Fragen, Matthias Schikorski, Grußworte und hob die verschiedenen deutschen Maßnahmen zur Unterstützung des Notariats als vorsorgende Rechtspflege in Südosteuropa hervor.

Den fachlichen Teil leitete Dr. Lovro Tomašić, Notar aus Melrichstadt, ein, der in der Landessprache zum Thema „Verkehr mit im Bau befindlichen Wohnungen und Grundbucheintragung in Deutschland“ sprach. Daran schloss sich ein Überblick über strittige Fragen bei der Anwendung des „Gesetzes über das Verfahren zur Eintragung in das Immobilien- und Wasserregister“ an, den Sava Dedajić, Notar in Stara Pazova, gab.

Danach warf Prof. Dr. Enes Bikić, Juristische Fakultät Zenica (Bosnien und Herzegowina) einen rechtsvergleichenden Blick auf die gegenwärtigen serbischen Vorschriften. Dabei stellte er auch die verschiedenen Arten von Registern in unterschiedlichen Rechtsordnungen dar und wies darauf hin, dass das Grundbuchsystem am besten zur Rechtstradition der Westbalkanstaaten passe.

Durch diesen trilateralen Ansatz waren die Voraussetzungen für den Austausch von Erfahrungen, die Diskussion von Problemen und die Ausarbeitung von Lösungsvorschlägen bezüglich des „Gesetzes über das Verfahren zur Eintragung in das Immobilien- und Wasserregister“ geschaffen. Dieses Gesetz gibt den Notaren die Berechtigung, das Eintragungsverfahren durchzuführen, wirft aber einige Probleme auf. Deshalb sind Änderungen geplant, bei denen auch die Ergebnisse dieser Veranstaltung berücksichtigt werden sollen. Die Bedeutung des Themas und das Interesse der mehr als 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wird auch dadurch belegt, dass der Austausch weit über die im Programm vorgesehene Zeit hinaus fortgeführt wurde.