Kolloquium zum modernen Verwaltungs- und Privatrecht in Sousse, Tunesien

Vom 26.August bis 06. September 2013 veranstaltete die IRZ in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und der Rechts- und Politikwissenschaftlichen Fakultät der Universität Sousse ein Kolloquium zum Thema „Modernes Verwaltungs-und Privatrecht". Im Rahmen der vom DAAD ins Leben gerufenen und vom Auswärtigen Amt geförderten Deutsch-Arabischen Transformationspartnerschaft mit dem programmatischen Titel „Wandel durch Austausch" nahmen insgesamt 30 Rechtsanwälte, Jurastudenten höherer Semester und Verwaltungsrichter an der zweiwöchigen Veranstaltung teil. Das Konzept des Austausches stand Pate bei der Projektplanung und wurde praktisch in die Tat umgesetzt, indem sich deutsche und tunesische Beiträge jeweils abwechselten. Auf deutscher Seite konnte die IRZ hochkarätige Referenten gewinnen, u.a. zwei ehemalige vorsitzende Richter eines Oberlandes- und sowie des Bundesverwaltungsgerichtes, einen im internationalen Wirtschaftsrecht in Deutschland und in arabischen Ländern tätigen Rechtsanwalt sowie eine Professorin für Verwaltungsrecht. Auf tunesischer Seite referierten u.a. der Dekan der Rechts-und Politikwissenschaftlichen Fakultät der Universität Sousse sowie weitere Professoren der Universitäten Tunis und Sousse. Thematisch bot die Veranstaltung u.a. eine Einführung in das deutsche Rechtssystem und – vergleichend dazu – Grundsätze des tunesischen Rechtes mit besonderem Bezug zu aktuellen Reformplänen, wobei in den folgenden angeregten Diskussionen Lösungsmöglichkeiten für juristische Problemstellungen aus beiden Systemen verglichen und diskutiert wurden. Neben Fragen zum internationalen Wirtschaftsrecht widmete sich ein Teil des Programmes insbesondere auch den gegenwärtigen Fragen von Reformierung und Modernisierung des Justizsystems in Tunesien. Der verwaltungsrechtliche Teil griff Fragen von Reform und Modernisierung aus einer anderen Perspektive auf und konzentrierte sich u.a. auf Fragen des verwaltungsrechtlichen Schutzes von Grundrechten mit entsprechenden Bezügen zur Verfassungsgerichtsbarkeit. Dies war insbesondere angesichts der Tatsache relevant, dass für die kommenden drei Jahre die tunesische Verwaltungsgerichtsbarkeit die künftigen Aufgaben eines noch zu konstituierenden Verfassungsgerichtes wahrnehmen soll. Entsprechend der Relevanz der angebotenen Themen verliefen auch die Diskussionen zwischen Teilnehmern und Referenten. Wie bei allen Veranstaltungen der IRZ in Tunesien zeigten sich die Teilnehmer hochgradig engagiert und waren mit geradezu leidenschaftlichem Engagement bei der Sache.