Seminar „Berufliche, handwerkliche und künstlerische Ausbildung von Inhaftierten“ in Rabat

Projektbereichsleiter der IRZ, Mohamed Montasser Abidi; Botschafter Dr. Götz Schmidt-Bremme; Generalsekretär Younes Jabrane und Hassan Hmina, DGAPR (v.l.n.r.)
Projektbereichsleiter der IRZ, Mohamed Montasser Abidi; Botschafter Dr. Götz Schmidt-Bremme; Generalsekretär Younes Jabrane und Hassan Hmina, DGAPR (v.l.n.r.)

Am 10. und 11. Mai 2018 veranstaltete die IRZ gemeinsam mit der Generaldirektion für Strafvollzug und Resozialisierung (DGAPR) in Rabat, Marokko, das Seminar „Berufliche, handwerkliche und künstlerische Ausbildung von Inhaftierten“. Die Veranstaltung fand im Rahmen des Projektes „Zusammenarbeit mit dem Königreich Marokko auf dem Gebiet des Strafvollzugs“ statt, welches die IRZ im Zeitraum 2017 bis 2019 umsetzt. Das Projekt wird durch das Auswärtige Amt im Rahmen der Transformationspartnerschaft mit Nordafrika / dem Nahen Osten finanziert.

Das Seminar diente zur Fortbildung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu Möglichkeiten der Aus- und Weiterbildung der Inhaftierten für deren erfolgreiche Resozialisierung. In einem ersten Schritt wurden dabei die Mechanismen zur Bedarfsfeststellung von Aus- und Weiterbildung, wie die Klassifizierung und Diagnostik von Gefangenen, vorgestellt. Anschließend ging es um die Ausbildungsmöglichkeiten, die Arbeitssituation selbst sowie die Qualifizierung von Inhaftierten. Des Weiteren beschäftigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit den lokalen Besonderheiten bei der Ausbildung, der Zusammenarbeit insbesondere mit der Privatwirtschaft sowie der Einbindung externer Akteure beispielsweise bei der Anerkennung von Abschlüssen.

Der Generalsekretär der DGAPR, Younes Jabrane, und der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Marokko, Dr. Götz Schmidt-Bremme, eröffneten die Veranstaltung. Als deutsche Expertinnen nahmen für die IRZ Katja Adolph, Leiterin Beschäftigung und Qualifizierung der Jugendstrafanstalt Berlin, und Mirjam Drechsel, Leiterin Beschäftigung und Qualifizierung der Justizvollzugsanstalt für Frauen Berlin, teil. Das Auswärtige Amt war neben dem Botschafter auch durch Antje Gade, Leiterin des Rechts- und Konsularreferates der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland, vertreten.

Der Staat Marokko reagiert seit einigen Jahren auf die Herausforderungen im Strafvollzugswesen und führt ernsthafte Reformen auf diesem Gebiet durch. Seit der Gründung der ersten Ausbildungsbetriebe vor fünf Jahren konnten bereits 56 Ausbildungsbetriebe errichtet werden, weitere sind in Planung. Die Zahl der Inhaftierten, die die Ausbildungsangebote nutzen, stieg seitdem von 5.000 auf mittlerweile 9.000.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminars zeigten reges Interesse an den diskutierten Inhalten, was sich in zahlreichen Rückfragen sowie Rückmeldungen zur marokkanischen Situation widerspiegelte. Das Projekt wird durch eine Studienreise nach Berlin zum selben Thema im Juni 2018 fortgesetzt.

Seminar „Menschenwürdige Behandlung von Inhaftierten“ in Rabat

Jürgen Böttcher, Teilanstaltsleiter der JVA des Offenen Vollzuges Berlin; Michael Weise, Leiter des Allgemeinen Vollzugsdienst der JVA Tegel; Antje Gade, Leiterin des Rechts- und Konsularreferats der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland; Ellen Hahne, IRZ; Abderrahim Rahouti, Direktor des Ausbildungszentrums der Generaldirektion für Strafvollzug und Resozialisierung (v.l.n.r.)
Jürgen Böttcher, Teilanstaltsleiter der JVA des Offenen Vollzuges Berlin; Michael Weise, Leiter des Allgemeinen Vollzugsdienst der JVA Tegel; Antje Gade, Leiterin des Rechts- und Konsularreferats der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland; Ellen Hahne, IRZ; Abderrahim Rahouti, Direktor des Ausbildungszentrums der Generaldirektion für Strafvollzug und Resozialisierung (v.l.n.r.)

Am 17. und 18. April 2018 veranstaltete die IRZ gemeinsam mit der Generaldirektion für Strafvollzug und Resozialisierung (DGAPR) in Rabat, Marokko, das Seminar „Menschenwürdige Behandlung von Inhaftierten“. Die Veranstaltung fand im Rahmen des Projektes „Zusammenarbeit mit dem Königreich Marokko auf dem Gebiet des Strafvollzugs“ statt. Dieses Projekt, das durch das Auswärtige Amt im Rahmen der Transformationspartnerschaften mit Nordafrika / dem Nahen Osten finanziert wird, setzt die IRZ im Zeitraum von 2017 bis 2019 um.

Das Seminar diente zur Fortbildung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur Implementierung der Menschenrechtsstandards sowie zum Austausch über die Aus- und Weiterbildung des Personals in diesem Bereich als Grundlage für den Erfolg von Integrations- und Resozialisierungsstrategien. Neben dem menschenwürdigen Umgang mit Inhaftierten wurden Aspekte wie die menschenwürdige Unterbringung sowie die Gewährung von Außenkontakten beleuchtet.

Als deutsche Experten nahmen für die IRZ Michael Weise, Leiter des Allgemeinen Vollzugsdienstes der JVA Tegel, und Jürgen Böttcher, Teilanstaltsleiter der JVA des Offenen Vollzuges Berlin, teil. Das Auswärtige Amt war durch Antje Gade, Leiterin des Rechts- und Konsularreferates der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland, vertreten.

In Marokko reagieren die Verantwortlichen seit einigen Jahren auf die Herausforderungen im Strafvollzugswesen und führen ernsthafte Reformen durch. Das Hauptproblem besteht nach wie vor in der Überfüllung der Gefängnisse. Ziel ist es, auch unter diesen Umständen den menschenwürdigen Umgang zwischen Personal und Inhaftierten zu bewahren.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigten reges Interesse an den diskutierten Inhalten, was sich in den zahlreichen Rückfragen sowie Rückmeldungen zur marokkanischen Situation widerspiegelte. Das Projekt wird durch ein Seminar zu einem weiteren Teilaspekt im Mai 2018 in Rabat fortgesetzt.

Konferenz zur Zusammenarbeit zwischen Justiz und Rechtsmedizin in Marrakesch

Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz in Marrakesch
Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz in Marrakesch

Am 18. und 19. April 2018 veranstaltete die IRZ gemeinsam mit der marokkanischen Staatsanwaltschaft in Marrakesch die Konferenz „Leichenfund – Zusammenarbeit zwischen Justiz und Rechtsmedizin“. Diese fand im Rahmen des Projektes „Zusammenarbeit mit dem Königreich Marokko auf dem Gebiet der Rechtsmedizin unter besonderer Berücksichtigung der Belange der dortigen Justiz“ statt, das die IRZ im Zeitraum von 2017 bis 2019 im Rahmen der Projektförderung des Auswärtigen Amtes (Transformationspartnerschaften mit Nordafrika/ dem Nahen Osten) umsetzt.

Ziel war es, den teilnehmenden Richterinnen und Richtern sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälten die Bedeutung einer vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Staatsanwaltschaft, Rechtsmedizin und Polizei aufzuzeigen. Am Praxisbeispiel eines Leichenfundes wurde erörtert, welche entscheidende Rolle alle drei Akteure bei der Aufklärung von Straftaten einnehmen.

Am ersten Tag erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Einführung in die Arbeit der Rechtsmedizin und einer Mordkommission in Deutschland. Anschließend wurde erläutert, welche Rolle die Staatsanwaltschaft in Deutschland bei der Aufklärung von Straftaten einnimmt. Insbesondere die Tatsache, dass die Staatsanwaltschaft in Deutschland auch am Tatort anwesend ist, sorgte für Überraschung.

Am zweiten Tag ging es vertieft darum, welche Informationen und Spuren am Tatort von welchen Stellen aufgenommen werden und wie diese Informationen in rechtsmedizinischen Gutachten verwertet werden. Dabei wurde ausführlich erläutert, welche Fehler, sowohl bei der Spurensicherung als auch bei der Verfassung eines rechtsmedizinischen Gutachtens, vermieden werden sollten, damit das Gutachten vor Gericht verwertet werden kann. Im Zuge dessen wurde auch die Problematik von Verständnisschwierigkeiten zwischen Juristen und Medizinern behandelt, die dazu führen können, dass Gutachten vor Gericht unbrauchbar sind.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigten sich sehr interessiert an der Thematik und stellten zahlreiche konkrete Fragen. Es kristallisierte sich heraus, dass die Zusammenarbeit zwischen Staatsanwaltschaft, Rechtsmedizin und Polizei in Marokko anders verläuft, und somit war der Austausch darüber besonders fruchtbar. Die IRZ plant aufgrund dieser sehr positiven Resonanz in diesem Jahr noch zwei weitere Seminare zu dieser Thematik.

Das Thema Rechtsmedizin nimmt in Marokko eine große Bedeutung ein, da die Beteiligung von gut ausgebildeten Rechtsmedizinerinnen und Rechtsmedizinern an der Aufklärung von Straftaten erkannt wurde und Veränderungen erwünscht sind. Dies zeigte sich nicht zuletzt daran, dass sogar die Agence Marocaine de Presse (MAP) über diese Veranstaltung berichtet hat.

Im Auftrag der IRZ nahmen folgende Experten teil:

  • Dr. med. Lars Oesterhelweg, stellvertretender Institutsdirektor am Institut für Rechtsmedizin der Charité Berlin,
  • Oberstaatsanwalt Ralph Knispel, Leiter der Abteilung für Kapitaldelikte der Staatsanwaltschaft Berlin und Vorsitzender der Vereinigung Berliner Staatsanwälte e.V.,
  • Kriminalhauptkommissar Christof Lehmkühler, Landeskriminalamt Berlin, sowie
  • Souidi El Hassan, stellvertretender Richter am Berufungsgericht Marrakesch.

Die Projektaktivitäten werden im Juni 2018 im Rahmen eines Studienbesuchs einer marokkanischen Delegation nach Berlin fortgesetzt.