Russische Föderation: Hochrangige Delegation zu Besuch in München zum Thema Wirtschafts- und Zivilrecht

  • Russische Föderation: Hochrangige Delegation zu Besuch in München

    Offizielle Begrüßung durch Staatsminister Prof. Dr. Winfried Bausback im Bayerischen Staatsministerium der Justiz: Dr. Stefan Hülshörster, Geschäftsführer der IRZ; Dmitry Rozhkov, Internationale Abteilung der Assoziation der Juristen der RF; Denis Novak, Stellvertretender Justizminister der RF; Staatsminister Prof. Dr. Winfried Bausback (v.l.n.r.)

  • Russische Föderation: Hochrangige Delegation zu Besuch in München

    Arbeitsgespräch im Deutschen Patent-und Markenamt, mit: Alexander Wickenhöfer (3.v.l.), Leiter des Referats für Internationale Zusammenarbeit und Teamleiter in der Hauptabteilung 3; Christine Moosbauer (rechts davor), Vizepräsidentin des DPMA; Barbara Preißner (Mitte), Leiterin der Hauptabteilung 3 – Marken und Designs

  • Russische Föderation: Hochrangige Delegation zu Besuch in München

    Arbeitstreffen im Bundespatentgericht: Sabir Kekhlerov (links), Berater des Generalstaatsanwalts der RF, stellvertretender Generalstaatsanwalt der RF a.D.; Beate Schmidt (vorne Mitte), Präsidentin des Bundespatentgerichts; Denis Novak (rechts daneben), Stellvertretender Justizminister RF

  • Russische Föderation: Hochrangige Delegation zu Besuch in München

    Fachgespräche im Amtsgericht München: Dr. Michael Müller (4.v.r.), Richter am Amtsgericht als Hauptabteilungsleiter und Leiter des Registergerichts

  • Russische Föderation: Hochrangige Delegation zu Besuch in München

    Fachlicher Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern der Generalstaatsanwaltschaft München: Andreas Wimmer (4.v.l.), stellvertretender Behördenleiter und Leitender Oberstaatsanwalt bei der Generalstaatsanwaltschaft München

In der Zeit vom 11. bis 13. Dezember 2017 führte die IRZ einen Arbeitsbesuch für eine hochrangige Delegation aus der Russischen Föderation (RF) in München durch. Auf russischer Seite wurde der Besuch von der Assoziation der Juristen der Russischen Föderation organisiert, die hochrangige Vertreterinnen und Vertreter von unterschiedlichen Organisationen und Behörden der RF eingeladen hatte, um sich mit deutschen Kolleginnen und Kollegen zu den Besonderheiten des deutschen Wirtschafts- und Zivilrechts auszutauschen. An der Delegationsreise nahmen teil:

  • Sabir Kekhlerov, Berater des Generalstaatsanwalts der RF, stellvertretender Generalstaatsanwalt der RF a.D.,
  • Denis Novak, Stellvertretender Justizminister der RF,
  • Igor Savenko, Stellvertretender Leiter des Föderalen Dienstes der Gerichtsvollzieher RF,
  • Evgeny Budyakov, Vorstand Assoziation der Juristen RF,
  • Georgi Danilov, Stellvertretender Vorsitzender des Gerichts für Geistiges Eigentum RF,
  • Ramziya Khatypova, Richterin im Wirtschaftskollegium im Obersten Gerichtshof der RF,
  • Lubov Kiriy, Stellvertretende Leiterin von Rospatent (Föderaler Dienst für geistiges Eigentum),
  • Dmitry Kutafin, Prorektor für internationale Zusammenarbeit an der Moskauer Staatlichen Juristischen O. E. Kutafin-Universität,
  • Alexey Petrov, Vorsitzender der Stiftung für die Entwicklung der Assoziation der Juristen RF,
  • Dmitry Rozhkov, Internationale Abteilung der Assoziation der Juristen RF,
  • Gennady Sharov, Vizepräsident der Föderalen Rechtsanwaltskammer RF, sowie
  • Igor Shurygin, Stellvertretender Leiter des Zentralapparates von der Föderalen Registerkammer beim Rosreestr (Föderaler Dienst für Registrierung).

Die Themen für die Fachgespräche waren aufgrund der verschiedenen Interessenschwerpunkte der russischen Gäste breit gefächert. Im Bundespatentgericht und im Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) erörterten sie neben Fragen zum Patent- und Markenrecht insbesondere die Besonderheiten des Markenschutzes und des Schutzes des geistigen Eigentums, Marken allgemein und Markenverfahren im DPMA.

Im Amtsgericht München, das als Vollstreckungsgericht bei der Durchsetzung eines titulierten Anspruchs, insbesondere von Zwangsversteigerungs- und Zwangsverwaltungsmaßnahmen von Immobilien, fungiert, ging es detaillierter um folgende Fragestellungen:

  • Voraussetzungen für die Registrierung einer juristischen Person,
  • Eintragung der Rechte an Immobilien in das Grundbuch,
  • die strafrechtliche Verantwortlichkeit von juristischen Personen sowie
  • die Zwangsversteigerung von Immobilien kraft einer Gerichtsentscheidung.

Neben diesen Zuständigkeiten des Amtsgerichts gab es noch die Möglichkeit für die Delegation, das Grundbuchamt sowie das Registergericht des Amtsgerichts München zu besuchen, wobei die unternehmensrechtlichen Verfahren sowie Angelegenheiten des Handelsregisters auf besonders großes Interesse trafen.

Beim Treffen mit der Generalstaatsanwaltschaft München, an dem u.a. auch der stellvertretende Behördenleiter und leitende Oberstaatsanwalt bei der Generalstaatsanwaltschaft München, Andreas Wimmer, teilnahm, wurden die berufsrechtlichen Verfahren betreffend Rechtsanwälte und die strafrechtliche Verantwortlichkeit von juristischen Personen diskutiert.

Der Delegation wurde auch ein Besuch im Bayrischen Staatsministerium der Justiz ermöglicht, in dessen Rahmen Rolle und Aufgaben des Bayrischen Staatsministeriums der Justiz dargestellt wurden.

Besonders hervorzuheben ist, dass die deutsche Seite durchweg den protokollarischen Empfang der hochrangigen Delegation und besonders des stellvertretenden Justizministers der Russischen Föderation, Denis Novak, auch durch den Staatsminister der Justiz, Prof. Dr. Winfried Bausback, ermöglichte.

Die russischen Gäste nutzten die Gelegenheit zum fachlichen Austausch mit den deutschen Kolleginnen und Kollegen gerne und intensiv.

Der Arbeitsaufenthalt in München war für die Delegation ein großer Erfolg, so dass man in Zukunft durchaus an eine Fortsetzung der Zusammenarbeit anknüpfen möchte.

Russische Delegation informiert sich in Berlin zum Thema Migrationspolitik

 

Gespräch der russischen Gäste mit Rechtsanwalt Rolf Stahmann in den Räumlichkeiten des Deutschen Anwaltvereins
Gespräch der russischen Gäste mit Rechtsanwalt Rolf Stahmann in den Räumlichkeiten des Deutschen Anwaltvereins
Für den 28. und 29. September 2017 organisierte die IRZ im Rahmen der bilateralen Zusammenarbeit mit der Russischen Föderation eine Studienreise nach Berlin zum Thema „Migrationspolitik: Regelung angesichts aktueller Herausforderungen“.

 

An der Studienreise nahmen teil:

  • Vadim Korobov , erster stellvertretender Leiter der Hauptverwaltung des Ermittlungskomitees in der Region Kaluga,
  • Iurii Zelnikov, Menschenrechtsbeauftragter der Region Kaluga,
  • Andrey Savinov, Leiter der Filiale der Rechtsakademie des Justizministeriums der Russischen Föderation in Kaluga sowie
  • Oksana Shabarshova, Leiterin der Abteilung für internationale Angelegenheiten der Rechtsakademie des Justizministeriums der Russischen Föderation.

Die russischen Gäste nutzten die Gelegenheit zu einem intensiven fachlichen Austausch mit den Vertretern verschiedener Einrichtungen in Berlin.

Im Generalsekretariat des Deutschen Roten Kreuzes erörterten sie mit den Gastgebern die Fragen der deutschen Asylpolitik und die Rolle des DRK darin. Beim Treffen mit dem Deutschen Anwaltverein ging es ausführlich um die rechtlichen Aspekte sowie die Herausforderungen zum Schutz von Flüchtlingsrechten, auch im Hinblick auf das Verhältnis vom deutschen Recht zum EU-Recht.

Der Erfahrungsaustausch im „Zentrum zur Unterstützung der Rückkehr“ (ZUR), das erst in diesem Jahr den Betrieb aufgenommen hat, ermöglichte der Delegation einen Einblick in dessen Arbeit. Das ZUR koordiniert Sammelabschiebungen und beschafft insbesondere bei Problemfällen Passpapiere und klärt Identitäten. Es bearbeitet auch besondere Einzelfälle, z.B. bei sogenannten Gefährdern oder ausreisepflichtigen Intensivtätern.

Das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) ist zuständig für die Fragen zur Registrierung, Leistungserteilung sowie Unterbringung von geflüchteten Menschen in Berlin. Im LAF informierte sich die Delegation über die einzelnen Stationen von der Registrierung, über die Sicherheitsüberprüfung bis hin zur Versorgung mit sozialen Leistungen. Ferner wurden die Herausforderungen in der täglichen Arbeit in der LAF dargestellt.

Konferenz „Kommunale Selbstverwaltung und Herausforderungen der modernen Gesellschaft“ in Moskau

  • Prof. Dr. Jochen Franzke, Universität Potsdam; Dr. Thomas Stöhr, Bürgermeister von Bad Vilbel; Tatiana Bovkun, Projektbereichsleiterin IRZ; Prof. Evgeny Gontmakher, stellvertretender Leiter des Instituts für Weltwirtschaft und internationale Beziehungen und Mitglied des KGI (am Tisch v.l.n.r.)

    Prof. Dr. Jochen Franzke, Universität Potsdam; Dr. Thomas Stöhr, Bürgermeister von Bad Vilbel; Tatiana Bovkun, Projektbereichsleiterin IRZ; Prof. Evgeny Gontmakher, stellvertretender Leiter des Instituts für Weltwirtschaft und internationale Beziehungen und Mitglied des KGI (am Tisch v.l.n.r.)

  • Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Veranstaltungssaal des KGI

    Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Veranstaltungssaal des KGI

  • Prof. Dr. Jochen Franzke, Universität Potsdam;  Emil Markwart, Präsident des Europäischen Clubs der Kommunalexperten; Dr. Thomas Stöhr, Bürgermeister von Bad Vilbel (v.l.n.r.)

    Prof. Dr. Jochen Franzke, Universität Potsdam; Emil Markwart, Präsident des Europäischen Clubs der Kommunalexperten; Dr. Thomas Stöhr, Bürgermeister von Bad Vilbel (v.l.n.r.)

  • Tatiana Bovkun, Projektbereichsleiterin IRZ; Andrey Maximov, Projektleiter beim KGI

    Tatiana Bovkun, Projektbereichsleiterin IRZ; Andrey Maximov, Projektleiter beim KGI

Am 20. April 2017 fand in Moskau in Zusammenarbeit der IRZ mit der Kudrin-Stiftung zur Unterstützung der Bürgerinitiativen (KGI) und dem Europäischen Club der Kommunalexperten die Konferenz „Kommunale Selbstverwaltung und Herausforderungen der modernen Gesellschaft“ statt.

Die Konferenz wurde vom stellvertretenden Leiter des Instituts für Weltwirtschaft und internationale Beziehungen und Mitglied des KGI, Prof. Evgeny Gontmakher, eröffnet. Unter den mehr als fünfzig Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Konferenz waren Vertreterinnen und Vertreter der Wissenschaft, der Stadträte und Stadtverwaltungen, der Medien sowie Expertinnen und Experten für Kommunalrecht.

Nach der Begrüßung durch die Vertreter der Organisatoren wurden drei runde Tische durchgeführt. Der erste widmete sich dem Thema „Ausgangspunkt: Rolle, Zustand und Probleme der kommunalen Selbstverwaltung heutzutage“. Den drei Kurzvorträgen zu Beginn, darunter auch der des deutschen Experten Dr. Thomas Stöhr, Bürgermeister und Magistrat der Stadt Bad Vilbel, folgte eine Diskussion, in der es um die Erfahrungen und Ansichten zum Zustand der kommunalen Selbstverwaltung aus Sicht der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ging.

Beim runden Tisch „Perspektiven: Herausforderungen der modernen Gesellschaft und Aufgaben der kommunalen Selbstverwaltung“ ging es um Lösungswege für aktuelle Probleme. Hier leitete der Vortrag des deutschen Experten Prof. Dr. Jochen Franzke, Professor für Verwaltungswissenschaften an der Universität Potsdam, eine angeregte Diskussion zum demografischen Wandel und zur Migration in Deutschland und Russland ein, die für die Kommunen hier wie dort eine Herausforderung darstellen.

Der letzte runde Tisch beleuchtete die Rolle, Möglichkeiten und Aufgaben der Expertengemeinschaft im Bereich der kommunalen Selbstverwaltung. Zum Schluss ging es auch um die künftige Zusammenarbeit, die von allen Seiten ausdrücklich gewünscht wurde.