Von Hamm bis Hagen: Die mongolische Justiz zu Gast in NRW
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- Veröffentlicht: Mittwoch, 10. Juni 2026
Wie lässt sich eine moderne, effiziente und bürgernahe Justiz gestalten? Diese Frage stand im Zentrum eines mehrtägigen Besuchs hochrangiger Vertreterinnen und Vertreter der mongolischen Justiz in Nordrhein-Westfalen. Die Reise fand im Rahmen des EU-Twinning-Projekts „Effective Implementation of Justice Reforms in Mongolia“ statt. Dieses erste Twinning-Projekt in der Mongolei leistet einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Verankerung der Justizreform im Land und setzt die seit Jahrzehnten bestehende enge und erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und der Mongolei im Bereich der Rechts- und Justizreformen fort.
Mitglieder des mongolischen Justizrates, der nationalen Disziplinarkommission sowie Präsidenten zentraler Gerichte aus Ulaanbaatar informierten sich über die deutsche Gerichtsorganisation, die Beschleunigung von Verfahren, die Personalentwicklung und die Jugendgerichtsbarkeit. Mit Justizminister Dr. Benjamin Limbach und unserem Geschäftsführer Dr. Stefan Hülshörster überlegten sie, wie sich Reformen nachhaltig in der Praxis verankern lassen.
Präsidentin Gudrun Schäpers des Oberlandesgerichts Hamm öffnete den Blick in den richterlichen Alltag: hier standen Personalführung und Entwicklung von Richterinnen und Richtern standen im Zentrum.
Im Amtsgericht Essen ging es von der Theorie in die Praxis. Vizepräsident Axel Magnus und Geschäftsleiterin Katja Bruchsteiner gaben Einblicke in den laufenden Betrieb eines großen Gerichts. Besonders eindrücklich: das Haus des Jugendrechts, wo Polizei, Staatsanwaltschaft und Jugendhilfe eng zusammenarbeiten.
Auch das beschleunigte Mahnverfahren in der Zentralen Mahnabteilung des Amtsgerichts Hagen stieß auf großes Interesse. In der Mongolei wird derzeit geprüft, ob ein ähnliches Instrument zur Verfahrensbeschleunigung eingeführt werden kann.
Besuche in der Justizakademie NRW in Recklinghausen und dem Ausbildungszentrum der Justiz in Essen zu Fragen der Aus- und Fortbildung von Richterinnen und Richtern wie nicht-richterlichem Personal rundeten die Studienreise ab.
Über weitere Aktivitäten des Projekts (Laufzeit bis Ende 2026) – unter der Leitung unseres hervorragenden Langzeitberaters Christoph Kopecky, dem wir für seine hervorragende Arbeit danken möchten, werden wir Sie selbstverständlich weiter auf dem Laufenden halten.