Deutsches Strafgesetzbuch und Strafprozessordnung sind Vorbild

Prof. Dr. Stanko Bejatović während seines Vortrags
Prof. Dr. Stanko Bejatović während seines Vortrags
Serbien

Die traditionelle Konferenz der serbischen Vereinigung für Theorie und Praxis des Strafrechts fand vom 22. bis 24. September 2022 in Zlatibor (Serbien) statt. Die IRZ richtet die Veranstaltung zusammen mit dem Justizministerium, der Justizakademie und dem Institut für kriminologische und soziologische Forschungen aus.

Rund 300 Teilnehmende – Ministerialbeamtinnen und -beamte, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Richterinnen und Richter, Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte sowie Studierende kamen zur Veranstaltung. Auf Initiative der Veranstalter wurden ihnen in diesem Jahr die von der IRZ herausgegebenen Übersetzungen des deutschen StGB und der StPO mit fachlicher Einleitung vorgestellt.

Die deutschsprachigen Strafrechtsexperten Verfassungsrichter Prof. Dr. Milan Škulić und Prof. Dr.  Stanko Bejatović hielten jeweils eine Laudatio auf die Publikationen und lobten dabei übereinstimmend die Qualität der Übersetzungen. Sie hoben hervor, dass diese Texte bei künftigen gesetzgeberischen Reformvorhaben als Orientierung herangezogen werden sollten, um damit der in den letzten Jahren häufig zu beobachtenden Tendenz zu hybriden Gesetzen im Straf- und Strafprozessrecht, die unter US-amerikanischem Einfluss zustande kamen, entgegenzuwirken.

Der zuständige Projektbereichsleiter der IRZ, Rechtsanwalt Dr. Stefan Pürner – der fließend Serbisch spricht – verwies auf die umfassenden Erfahrungen der IRZ. Diese seien hilfreich, um gesetzgeberische Irrwege, wie etwa die Übernahme systemfremder Rechtsinstitute, zu vermeiden.

Die Übersetzungen sind in der Region insgesamt auf ein sehr positives Echo gestoßen. Sowohl die Vereinigung der Ständigen Gerichtsübersetzer und -dolmetscher Serbiens als auch die Vereinigung der Übersetzer und Dolmetscher im Nachbarland Bosnien und Herzegowina empfehlen die Bände ihren Mitgliedern auf der Internetplattform LinkedIn.

IRZ für Engagement ausgezeichnet

Dekan Prof. Dr. Dragana Vujčić (links) überreicht Dr. Stefan Pürner, Projektbereichsleiter der IRZ (rechts) die Dankesurkunde.
Dekan Prof. Dr. Dragana Vujčić (links) überreicht Dr. Stefan Pürner, Projektbereichsleiter der IRZ (rechts) die Dankesurkunde.
Serbien

Am 7. Oktober 2022 feierte die Juristische Fakultät der Universität Kragujevac in Serbien ihr 50. Jubiläum. Im Rahmen des akademischen Festakts wurden Institutionen, Organisationen und Einzelpersonen, die die Fakultät in den vergangenen Jahren in besonderer Weise unterstützt haben, ausgezeichnet. Neben der Juristischen Fakultät der Universität Belgrad, der Stadt Kragujevac und dem Kultusministerium der Republik Serbien gehörte auch die IRZ zu den Geehrten.

Die IRZ leistet durch Beiträge zum Lehrangebot Unterstützung beim Aufbau des dortigen Zentrums für deutsches Recht unter Leitung von Prof. Dr. Slavko Djordjević. Außerdem fördert sie die Fakultät durch die Einrichtung einer "Bibliothek des deutschen Rechts" im Wert von mehreren zehntausend Euro, deren Grundstock auf Vermittlung von Prof. Dr. Rolf Wagner aus dem Bundesministerium der Justiz aus dem Nachlass des ehemaligen Richters am Gericht erster Instanz der europäischen Gemeinschaft Prof. Dr. Jörg Pirrung gelegt werden konnte.

Rechtsanwalt Dr. Stefan Pürner – als Projektbereichsleiter bei der IRZ zuständig für Serbien – wurde persönlich ebenfalls mit einer Auszeichnung geehrt. Dass in Kragujevac so intensiv am deutschen Recht gearbeitet wird, ist besonders erfreulich, betonte Dr. Pürner in seiner Dankesrede. Schließlich war die Stadt während des Zweiten Weltkriegs Schauplatz der größten Massenerschießung von Zivilisten (darunter auch Hunderten von Schulkindern) durch die Wehrmacht. Deshalb ist die IRZ in besonderer Weise dankbar, mit der Fakultät in Kragujevac zusammenarbeiten zu können.

Bücherspenden

Die Bibliothek wird kontinuierlich durch Sachspenden ergänzt. Personen und Institutionen, die mit ihrer Bücherspende die Bibliothek des deutschen Rechts in Kragujevac fördern möchten, wenden sich bitte direkt an den zuständigen Projektbereichsleiter Dr. Stefan Pürner per E-Mail an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Gesucht werden Publikationen zum deutschen, aber auch europäischen Recht in den Sprachen Deutsch und Englisch. Neben aktuellen Werken und Zeitschiften, auch von juristischen Berufsverbänden und Organisationen mit juristischen Bezügen, sind auch ältere, komplette Jahrgänge deutscher juristischer Zeitschriften und Einführungswerke zu bestimmten Rechtsgebieten gefragt.

Weitere Informationen:

Artikel zur Übergabe einer Bibliothek zum deutschen Recht in Kragujevac

Studierende informieren sich über internationale Rechtsberatung

Serbien

Der Online-Vortrag „Internationale Rechtsberatung in Transformationsstaaten durch Deutschland" vor Studierenden der Fakultätsgruppen Heidelberg und Regensburg der European Law Students’ Association (ELSA) fand am 25. Juni 2022 statt.

ELSA ist mit 50.000 Mitgliedern die größte Vereinigung von Jura-Studierenden weltweit. Ihr Ziel ist die Förderung und Entwicklung der gegenseitigen Verständigung, der Zusammenarbeit und Durchführung von Begegnungen zwischen angehenden und jungen Juristinnen und Juristen unterschiedlicher Länder und Rechtsordnungen.

Vor diesem Hintergrund interessierten sich die Teilnehmenden für die Struktur und Arbeitsweise der IRZ sowie für fachliche Fragestellung, wie beispielsweise der Konkurrenz der Rechtsordnungen in den Transformationsstaaten. Ein besonderes Interesse galt den  Möglichkeiten zu Praktika bei der IRZ und einer beruflichen Betätigung im Bereich der Rechtstransformation.

Den Vortrag hielt Rechtsanwalt Dr. Stefan Pürner, Leiter des Projektbereichs 7 der IRZ (Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Nordmazedonien sowie Serbien), der im Jahr 1989 einer der Mitinitiatoren der Gründung der Regensburger Fakultätsgruppe von ELSA war. 

Der Kontakt zwischen dem Projektbereich und den Fakultätsgruppen kam über das von der IRZ initiierte Programm zur Bildung von juristischen Sprachtandems aus südosteuropäischen und deutschen Jura-Studierenden zustande.