Übersetzung des deutschen StGB in das Bosnisch/Kroatisch/Montenegrinisch/Serbische erschienen

Südosteuropa

Neu erschienen ist die von der IRZ herausgegebene Übersetzung des deutschen Strafgesetzbuchs in das Bosnisch/Kroatisch/Montenegrinisch/Serbische, zu der der wissenschaftliche Leiter des Instituts für Ostrecht in Regensburg, Prof. Dr. Dres. h.c. Friedrich-Christian Schroeder, die Einleitung verfasst hat.

Das Buch ist Teil einer Reihe von Publikationen mit Übersetzungen deutscher Gesetze in die Sprachen der Partnerstaaten in Südosteuropa, die die Rolle des deutschen Rechts als Orientierungsrecht bei der Rechtstransformation stärken sollen. Dass sie diesen Zweck erfüllen, bestätigte mit Bezug auf die gleichartige Übersetzung des Strafgesetzbuchs in das Mazedonische erst kürzlich der Justizminister von Nordmazedonien, Prof. Dr. Nikola Tupancheski, der selbst Professor für Strafrecht ist und bis zu seinem Amtsantritt Mitglied der dortigen Expertenkommission für die Reform des Strafgesetzbuchs war.

Die Übersetzungen dienen nicht nur zur Information von Expertengruppen, die an den Entwürfen von Reformgesetzen arbeiten, sondern werden auch von rechtsvergleichend arbeitenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, grenzüberschreitend tätigen Praktikerinnen und Praktikern und Studierenden genutzt. Außerdem sind sie ein gerne genutztes Hilfsmittel für die Erlernung der deutschen Rechtsterminologie.

Deutsche und serbische Jurastudierende bilden Sprachtandems

Serbien

Am 24. Februar 2022 fand die Eingangsbesprechung im Rahmen des neuen Formats „Begleitetes Sprachtandem“ statt, durch das die IRZ Studierende der Rechtswissenschaft aus Deutschland und dem Westbalkan beim Erlernen des juristischen Fachwortschatzes in der Sprache des jeweiligen Tandempartners unterstützen möchte. Die Maßnahme ergänzt Veranstaltungen wie den seit eineinhalb Jahrzehnten von der IRZ angebotenen Kurs in deutscher Rechtsterminologie für deutschsprechende serbische Juristinnen und Juristen in Belgrad.

Die Teilnehmenden der Eingangsbesprechung setzten sich aus deutschsprechenden angehenden Juristinnen und Juristen der Juristischen Fakultät Novi Sad und aus Jurastudierenden aus Deutschland zusammen, wobei letztere aufgrund ihres familiären Hintergrunds über Kenntnisse des Bosnisch/Kroatisch/Montenegrinisch/Serbischen verfügen.

Gemein ist allen Teilnehmenden, dass sie ihre mündliche Interaktion und ihre Kenntnisse des juristischen Wortschatzes in der jeweils anderen Sprache verbessern wollen. Beides sollen die Sprachtandems unterstützen. Sie finden in grenzübergreifenden Zweiergruppen statt, in denen die Sprachen getrennt und zum gleichen Anteil gesprochen werden. Zusätzlich zu den bilateralen Sitzungen wird die IRZ in unregelmäßigen Abständen den Teilnehmenden weitere gemeinsame Workshops zum Erfahrungsaustausch anbieten.

Die einführenden Grußworte sprachen Sloboda Midorović, Assistentin an der Juristischen Fakultät Novi Sad und Dr. Stefan Pürner, Bereichsleiter "Südosteuropa I" bei der IRZ. Abschließend stellten Nina Radojičić und Till Voges, beide derzeit im Bereich "Südosteuropa I" bei der IRZ beschäftigt, die inhaltlichen Hinweise zu den Sprachtandems vor. Schließlich lernten sich die Teilnehmenden durch eine digitale Vorstellungsgruppe kennen und fanden sich in Sprachtandems nach juristischen Interessengebieten zusammen.

Zukünftig werden die Teilnehmenden mehr über die fremdsprachige juristische Fachterminologie erfahren und demnach eine Schlüsselqualifikation für den beidseitigen Rechtsverkehr erwerben, die auch der europäischen Integration dienen wird.

IRZ-Alumni diskutieren Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum Klimaschutz

Prof. Dr. Udo Steiner, Bundesverfassungsrichter a.D., während seines Vortrags.
IRZ-Alumni

Der Jahresworkshop der deutschsprachigen IRZ-Alumni in Südosteuropa fand am 14. Dezember 2021 erneut im Online-Format statt. Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum Klimaschutz stand dabei besonders im Fokus der Veranstaltung.

Seit vielen Jahr versammeln sich jährlich zum Jahresende Ehemalige verschiedener Programme der IRZ. Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, Richterinnen und Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte sowie Notarinnen und Notare, die in der Vergangenheit an Sommerschulen im deutschen Recht, berufsspezifischen Hospitationen in Deutschland und Kursen in deutscher Rechtsterminologie teilgenommen haben, kommen erneut zusammen. Sie schätzen die Möglichkeit, über aktuelle Entwicklungen im deutschen Recht informiert zu werden und nutzen die Chance für den intensiven Fachaustausch in deutscher Sprache. Außerdem können sie so ihr eigenes berufliches Netzwerk weiter ausbauen.

In den vergangenen Jahren fand diese Veranstaltung in Belgrad statt – pandemiebedingt wurde sie nun zum zweiten Mal in den digitalen Raum verlegt.

Eröffnet wurde der Jahresworkshop 2021 von Sonya Z. Ouertani, der für Serbien zuständigen Projektmanagerin der IRZ, gefolgt von Grußworten von Daniel Mohseni, zweiter Sekretär und politischer Berater der deutschen Botschaft in Belgrad. Er betonte die Aktualität des Themas „Klimaschutz“ auch im Hinblick auf den neuen Koalitionsvertrag 2021 der Regierungsparteien in Deutschland.

Prof. Dr. Udo Steiner, Bundesverfassungsrichter a.D. stellte die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 29. April 2021 zum Klimaschutz vor. Sie stieß bei den vorwiegend jüngeren Teilnehmenden vor allem wegen der darin angesprochenen objektivrechtlichen Schutzverpflichtung auch in Bezug auf künftige Generationen auf Interesse.

An diesen Vortrag und anschließende Diskussion schlossen sich Informationen zu Neuerungen im deutschen Recht an, die Dr. Stefan Pürner, Bereichsleiter "Südosteuropa I" bei der IRZ, der die Teilnehmerländer Bosnien und Herzegowina, Nordmazedonien, Montenegro und Serbien umfasst, vorstellte. Dr. Pürner verwies auch auf Quellen im Internet, welche die Neuerungen im deutschen Recht darstellen. Diese sind auch aus dem Ausland erreichbar, so dass es den Teilnehmenden möglich ist, die angesprochenen Themen selbständig weiter zu verfolgen.

Somit bot die Veranstaltung erneut die Gelegenheit, mehr über aktuelle Entwicklungen im deutschen Recht zu erfahren, die deutsche juristische Fachterminologie aktiv und passiv zu nutzen sowie Schlüsselqualifikationen für den Rechtsverkehr der Herkunftsländer der Teilnehmenden mit Deutschland und im Rahmen der europäischen Integration zu trainieren.