Mediation im Zivil- und Handelsrecht in Jordanien

Die Teilnehmenden des Mediationsseminars in Amman
Die Teilnehmenden des Mediationsseminars in Amman
Jordanien

Nicht jeder Konflikt muss vor Gericht entschieden werden. Mediation bietet die Möglichkeit, tragfähige und interessengerechte Lösungen zu entwickeln und damit gerichtliche Verfahren sinnvoll zu ergänzen. Welche Voraussetzungen hierfür geschaffen werden müssen und welche Erfahrungen Deutschland und Jordanien auf diesem Gebiet bereits gesammelt haben, stand im Mittelpunkt eines Seminars, das die IRZ am 1. Juli 2026 gemeinsam mit ihren jordanischen Partnern in Amman durchführte.

Zum Auftakt stellte Ayed Al-Dhayabat, Richter in Amman, sowohl die historische Entwicklung als auch den aktuellen Stand der Mediation in Jordanien vor. Strukturiert erläuterte er unterschiedliche Formen und Prinzipien der Mediation. Die Abgrenzung der Mediation zu gerichtlichen Entscheidungen und Schiedsverfahren und das Prinzip der Allparteilichkeit waren sodann Schwerpunkt der Leiterin der Koordinierungsstelle für gerichtliche Mediation an den Zivilgerichten in Berlin und Richterin am Landgericht a.D., Anne-Ruth Moltmann-Willisch. Anschaulich erläuterte sie die fünf Phasen der Mediation: Einführung, Bestandsaufnahme und Themensammlung, Bearbeitung von Konfliktfeldern und Interessen, Entwicklung und Bewertung von Lösungsoptionen.

Die Teilnehmenden brachten ihre eigenen Erfahrungen aus der gerichtlichen Praxis aktiv ein und diskutierten Möglichkeiten, die Mediation als Instrument der Streitbeilegung weiter zu stärken. Anhand konkreter Fallbeispiele aus dem Zivil- und Handelsrecht analysierten sie Konfliktdynamiken und entwickelten gemeinsam geeignete Mediationsstrategien. Die Diskussionen zeigten, dass gerade in komplexen wirtschaftsrechtlichen Streitigkeiten eine strukturierte Mediation zu tragfähigen und nachhaltigen Lösungen beitragen kann.