Prävention und Schutz vor häuslicher Gewalt
- Details
- Veröffentlicht: Freitag, 17. Juli 2026
Unsere Veranstaltung „Prävention häuslicher Gewalt und Schutz von Frauen und Kindern“ am 15./16 Juli 2026 in Eriwan reihte sich in eine Reihe von Beratungs- und Fortbildungsmaßnahmen zur Unterstützung des Büros der Menschenrechtsverteidigerin ein. Ziel war es, die fachlichen Kompetenzen im Umgang mit häuslicher Gewalt zu stärken und aktuelle internationale Standards zu den Themen Prävention, Opferschutz und rechtliche Rahmenbedingungen zu vermitteln.
Der interdisziplinäre Kreis der Teilnehmenden aus den Büros der Menschenrechtsverteidigerin, von Vertreterinnen und Vertretern staatlicher Behörden aus Eriwan und den Regionen, Fachkräften der Primärversorgung, Polizeibeamtinnen und -beamten, kommunalen Behörden sowie Nichtregierungsorganisationen, Elternverbänden und Ministerien bot eine hervorragende Grundlage für den übergreifenden Fachaustausch und die nachhaltige Vernetzung.
Nach der Eröffnung durch Anahit Manasyan, Menschenrechtsverteidigerin der Republik Armenien, standen am ersten Veranstaltungstag insbesondere gesellschaftliche Stereotype gegenüber Frauen- und Kinderrechten, die Definition und Dynamik häuslicher Gewalt sowie Präventionsansätze im Mittelpunkt. Fachvorträge von Rechtsanwältin Wiebke Wildvang und Anne Thiemann, Diplom-Sozialpädagogin und Bildungsreferentin, wurden durch interaktive Diskussionsrunden ergänzt, in denen die Teilnehmenden Erfahrungen aus ihrer beruflichen Praxis einbringen konnten.
Der zweite Veranstaltungstag widmete sich praxisorientierten Schulungen zu Mechanismen der Prävention häuslicher Gewalt sowie der Unterstützung und dem Schutz von Betroffenen. Im Mittelpunkt standen unter anderem die frühzeitige Erkennung von Gewalt, Handlungsmöglichkeiten für Fachkräfte im Gesundheitswesen, bei Polizei und kommunalen Behörden, die Zusammenarbeit verschiedener Institutionen, Täterarbeit sowie Entschädigungsmechanismen. Anhand von Fallbeispielen wurden konkrete Interventionsmöglichkeiten diskutiert und gemeinsam Lösungsansätze entwickelt.
Der intensive Austausch zwischen den Expertinnen und Experten sowie den Teilnehmenden verdeutlichte den hohen Bedarf an praxisnahen Fortbildungsangeboten und die Bedeutung einer engen interinstitutionellen Zusammenarbeit im Kampf gegen häusliche Gewalt. Deshalb wird sich die IRZ auch weiterhin diesem wichtigen Thema widmen.