Vom deutschen Recht lernen: Neues Rechtszentrum in Skopje eröffnet
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- Veröffentlicht: Donnerstag, 01. Oktober 2026
Im Zuge der Rechtstransformation und der EU-Harmonisierung muss jedes Land seinen eigenen Weg finden. Die Orientierung an bewährten Modellen kann jedoch die spätere Implementierung erleichtern und Irrwege vermeiden. Das deutsche Recht bietet sich dafür besonders an: als traditionelles kontinentaleuropäisches Recht verfügt es über eine umfassende, gut dokumentierte Anwendungspraxis.
Diese Erkenntnis hat auf dem Westbalkan zur verschiedenen Initiativen geführt, das deutsche Recht zu erforschen und dessen Erfahrungen für die eigene Rechtsentwicklung nutzbar zu machen. Vor diesem Hintergrund wurde nun vor Richterinnen und Richtern des Verfassungsgerichts von Nordmazedonien, Vertreterinnen und Vertretern der Wissenschaft und Studierenden in Skopje ein eigenes Zentrum für deutsches Recht eröffnet. Die Juristische Fakultät der Rechtsfakultät „Justinianus Primus“ und die IRZ hielten dafür die Fachtagung zum Thema „Mindeststandards des Rechts am Beispiel des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland und der Verfassung der Republik Nordmazedonien“ ab. Initiiert hatte dies Prof Dr. Aleksander Spasov, der bereits seit geraumer Zeit mit der IRZ zusammenarbeitet.
Botschafterin Petra Drexler hob in ihrem Beitrag hervor, dass die Kenntnis des deutschen Rechts bei der EU-Rechtsharmonisierung einen großen Beitrag leisten könne. Intensive Diskussionen fanden im Anschluss an die Referate des ehemaligen Bundesverfassungsrichters Prof. Dr. Udo Steiner und der Verfassungsrichterin von Nordmazedonien Prof. Dr. Ana Pavlovksa Daneva statt. Da Nordmazedonien kein eigenes Gesetz über das Verfassungsgericht besitzt, stieß vor allem eine aktuelle Neuerung in Deutschland auf große Aufmerksamkeit: Vorschriften zum Schutz der Unabhängigkeit des Bundesverfassungsgerichts wurden jüngst in das Grundgesetz aufgenommen.