Diebstahl im virtuellen Raum: Deutsche und armenische Staatsanwälte im Dialog

Teilnehmende beim Workshop zum Thema "Vermögensdelikte"
Teilnehmende beim Workshop zum Thema "Vermögensdelikte"
Armenien

Für die Republik Armenien zählt die Reform ihres Strafrechts zu den zentralen Anliegen auf dem Weg hin zu einer modernen Justiz. Vor diesem Hintergrund organisierten wir bei der armenischen Generalstaatsanwaltschaft eine hochkarätige Fachveranstaltung zu Vermögensdelikten. Unser Fokus lag bei den aktuellen Herausforderungen im Bereich virtueller Eigentumsdelikte: bekanntlich ein Themenfeld, welches aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung immer weiter an Bedeutung gewinnt.

Nicht zuletzt aufgrund der anschaulichen Praxisfälle von Oberstaatsanwalt Dr. Nino Goldbeck (Generalstaatsanwaltschaft Bamberg und Zentralstelle Cybercrime Bayern) sowie Staatsanwalt Carlo Schmidt (Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf und Zentralstelle Terrorismusverfolgung des Landes Nordrhein-Westfalen „ZenTer NRW) kam es zu intensiven Diskussionen über die Problembehandlungen virtueller Eigentumsdelikte. Zugleich wurde überlegt, welche Maßnahmen und Strategien ergriffen werden können, um die Auswirkungen auf die Opfer zu mildern. Ein Aspekt, der oftmals zu kurz kommt.

Wirtschaftsrechtliche Schwerpunkte bei der IRZ zunehmend im Fokus

Meri Navasardyan, Geschäftsführerin des Dt. Wirtschaftsverbandes Armenien (links); Dr. Markus J. Weyer, Geschäftsführender Gesellschafter WEYER Rechtsanwaltsgesellschaft mbH (3. v.l.); Dr. Christian Groß, Syndikusrechtsanwalt und Geschäftsführer des Schiedsgerichtshofs bei der DIHK (SGH) (4.v.l.);  Tanja Galander, Rechtsanwältin und Partnerin, GvW Graf von Westphalen (2. v.r.).Copyright DWV
Meri Navasardyan, Geschäftsführerin des Dt. Wirtschaftsverbandes Armenien (links); Dr. Markus J. Weyer, Geschäftsführender Gesellschafter WEYER Rechtsanwaltsgesellschaft mbH (3. v.l.); Dr. Christian Groß, Syndikusrechtsanwalt und Geschäftsführer des Schiedsgerichtshofs bei der DIHK (SGH) (4.v.l.); Tanja Galander, Rechtsanwältin und Partnerin, GvW Graf von Westphalen (2. v.r.).Copyright DWV
Armenien

Wirtschaftsrechtliche Themen gewinnen bei den IRZ-Maßnahmen in unseren Partnerstaaten wieder zunehmend an Bedeutung.

Ein Beispiel dafür ist die im Dezember ausgerichtete Tagung in Armenien, die sich mit den Themen der internationalen Schiedsgerichtsbarkeit, Export- und Importverträgen sowie dem Schutz ausländischer Investitionen befasste.

Neben deutschen Experten aus dem Wirtschaftsbereich wirkte auch der Deutsche Wirtschaftsverband in Armenien (DWV) als offizieller Partner der AHK vor Ort und Vertreter der Interessen der deutschen Wirtschaft mit.

Die Fachtagung hat insgesamt zu einer Stärkung des gegenseitigen Rechtsverständnisses im Zivil- und Wirtschaftsrecht beigetragen, insbesondere auch vor dem Hintergrund der traditionell guten deutsch-armenischen Handelsbeziehungen. Die Beratungen zur Unterstützung der armenischen Wirtschaft und des armenischen Wirtschaftsrechts sollen deshalb auch im kommenden Jahr fortgeführt werden.

Die IRZ und die Bundesnotarkammer in Armenien

Seminar für Notarinnen und Notare aus ganz Armenien in Artavaz / Armenien v. l. n. r.: Lilit Muradyan, Präsidentin der Notarkammer der Republik Armenien; Dr. Lovro Tomasic Bundesnotarkammer für Internationale Angelegenheiten; Tatiana Bovkun, IRZ-Projektbereichsleiterin
Seminar für Notarinnen und Notare aus ganz Armenien in Artavaz / Armenien v. l. n. r.: Lilit Muradyan, Präsidentin der Notarkammer der Republik Armenien; Dr. Lovro Tomasic Bundesnotarkammer für Internationale Angelegenheiten; Tatiana Bovkun, IRZ-Projektbereichsleiterin
Armenien

Für eine überaus erfolgreiche Veranstaltung am 25./26. Oktober 2025 in Artavaz danken wir Herrn Dr. Lovro Tomasic als Bevollmächtigten der Bundesnotarkammer für Internationale Angelegenheiten und Mitglied des Direktionsrats und der Arbeitsgruppe „Internationale Organisationen“ der Internationalen Notarunion (UINL), sowie Mitglied des Kuratoriums der IRZ.

Das Seminar zur Anwendung kollisionsrechtlicher Normen in der notariellen Praxis und der Rolle der Notarinnen und Notare bei Immobilientransaktionen unter besonderer Berücksichtigung der Pflichten bei der Geldwäschebekämpfung fand in der abgelegenen Region Kotayk statt, damit möglichst viele Teilnehmenden aus den Regionen Armeniens teilnehmen konnten. Auf diese Weise war es der IRZ möglich, 60 Notarinnen und Notare aus neun von zehn Regionen Armeniens und Eriwan und drei Mitarbeitenden des armenischen Justizministeriums die Teilnahme zu ermöglichen.

Bereits seit 2011 arbeitet die IRZ ­- unterstützt durch die Bundesnotarkammer - mit der armenischen Notarkammer zusammen. Über die neusten Entwicklungen und Reformen des Notarwesens in Armenien berichtete deshalb auch die Präsidentin der Notarkammer der Republik Armenien, Lilit Muradyan. Da das armenische Erbrecht reformiert werden und das deutsche Recht eine Vorbildfunktion übernehmen soll, verlief die Diskussionsrunde besonders anregend.